Im letzten Oktober hiess der Turm vor der St. Jakobshalle für kurze Zeit einmal «Roger Brennwald-Turm». Aus Anlass der 40. Ausgabe des Tennisturniers «Swiss Indoors», dessen Gründer Brennwald ist. Nun könnte ebendieser Turm den «Swiss Indoors» und vielen anderen Veranstaltern in der St. Jakobshalle langsam Bauchschmerzen bereiten. Denn eigentlich sollte er abgerissen werden. «Der Turm muss weg, weil dort das grosse Vordach der Halle hinkommt», erklärt Projektmanager Beat Grossglauser vom Hochbauamt Basel-Stadt. Zwei Bäume wurden schon gefällt, nun wäre eigentlich der Turm dran. 

Doch der Betreiber des Kiosks im Turm hat die Kündigung seines Vertrages nicht akzeptiert. Einmal hat er bereits vor Gericht gegen den Kanton verloren, nun ist der Fall vor dem Appellationsgericht hängig. «Wir erwarten in den nächsten Tagen ein Urteil», sagt Grossglauser. Dieses könnte der Kioskbetreiber allenfalls noch ans Bundesgericht weiterziehen.

Kein Baustopp zu befürchten

Allerdings wird er damit den Beginn der Bauarbeiten am 100-Millionen-Franken Projekt zur Restaurierung und zum Umbau der Halle nicht verhindern können. «Jetzt fangen wir links und rechts des Turmes mit den Arbeiten an», sagt Grossglauser. Dabei geht es insbesondere um den Bau einer Trafostation, die für diese erste Bauetappe vorgesehen ist. Denn die Sanierung der 1975 gebauten Halle ist ein Projekt, bei dem Verzögerungen fatal sind. Der Bauplan ist exakt auf die Veranstaltungen in der Halle abgestimmt und erfolgt deshalb auch in drei Etappen, jeweils im Sommer 2015, 2016 und 2017.

Hohe Ansprüche aller Art

Danach soll die Halle nach dem Willen von Regierung und Grossem Rat nicht mehr Platz für 9000 wie bisher, sondern für 12'000 Menschen bieten. Ausserdem soll sie energetisch saniert und besser erschlossen sein, sowie architektonisch besser gestaltet. Es ist der Traum einer Konkurrenz zum Zürcher Hallenstadion, den der Grosse Rat 2014 mit einem Kredit über 105 Millionen Franken möglich gemacht hat.

Um Geld geht es offenbar auch dem Kioskbetreiber, der derzeit den Planern in die Suppe spuckt. «Einen höheren sechsstelligen Betrag», habe der Kioskbesitzer für eine gütliche Einigung gefordert. 750'000 Franken seien es gewesen, heisst es aus Veranstalterkreisen. Der Kioskbetreiber selbst war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Momentan gerät Grossglauser noch nicht ins Schwitzen, es sei möglich, die erste Bauetappe am Kiosk vorbei zu erledigen. Und er betont: «Wir haben derzeit keine Verzögerungen auf den Bauplan.» Aber er sagt auch, wenn der Turm nächstes Jahr zu dieser Zeit wider Erwarten noch stehen sollte, «dann müssen wir uns ernsthaft Gedanken machen.»