Kulturfloss
Der Unfall auf dem Rhein beeinflusst «Im Fluss» nicht

Sechs Konzerte vom Festival «Im Fluss» haben bereits stattgefunden. Da der Wasserstand des Rheins noch immer zu hoch ist, konnte das Kulturfloss noch nicht an seinen Platz gebracht werden. Der Unfall vom Montag hat darauf aber keinen Einfluss.

Martina Rutschmann
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Aufbau der provisorischen Bühne für das Festival «Im Fluss», das nun eigentlich «Am Fluss» heissen sollte. (Archiv)

Aufbau der provisorischen Bühne für das Festival «Im Fluss», das nun eigentlich «Am Fluss» heissen sollte. (Archiv)

facebook.com/imfluss

Keines der bisher sechs Konzerte fand auf dem Kulturfloss statt, dem das Festival den Namen «Im Fluss» zu verdanken hat. Wegen des hohen Rheinpegels und der starken Strömung hatten die Verantwortlichen der Firma Walo Bertschinger das Floss nicht fristgerecht zur Mittleren Brücke transportieren können.

Und es sieht danach aus, als müssten auch die nächsten Konzerte auf der provisorischen Bühne an Land gespielt werden. «Das Risiko ist nach wie vor zu hoch», sagt Daniel Allemann, Leiter Wasserbau bei der Firma.

Eine Prognose will er nicht stellen, da das Wetter sehr unbeständig sei und der Rheinpegel zudem vom Wasser in den Seen abhänge, das dieser Tage abgelassen wird. Die offiziellen Prognosen zeigen jedoch, dass der Pegel in den kommenden Tage sinken wird. Um wie viele Zentimeter ist indes unklar.

Allemann will einen Floss-Transport erst bei einem Wasserstand von höchstens 650 Zentimetern riskieren. Derzeit liegt er allerdings noch über 720 Zentimetern.

Das Schiffsunglück am Hafen habe auf das Floss keinen Einfluss, sagt Allemann. «Der Unfall zeige aber, wie anspruchsvoll die Situation derzeit ist.» Man dürfe den Rhein nicht unterschätzen, er habe eine «enorme Kraft».

Hotel-Gäste stört Bühne nicht

Die Floss-Kapitäne hoffen trotz der im Moment düsteren Aussichten, dass sie zumindest ein paar der insgesamt 17 Konzerte auf der schwimmenden Bühne im Fluss abhalten können. Das Publikum liess sich zwar nicht davon abhalten, die Konzerte zu besuchen, wie der Andrang am Rheinbord der vergangenen Tage zeigte.

Laut Produktionsleiter Rolli Schaad kamen aber weniger Leute als in anderen Jahren. Das liege allerdings vor allem am unbeständigen Wetter, sagt Schaad. Auch der für die Gastronomie verantwortliche Wirt Robert Schroeder spürt die ausserordentliche Situation: «Der Umsatz lässt sich nicht mit anderen Jahren vergleichen.» Grund dafür sei der «Flaschenhals», der vor der Landbühne entstehe und wenig Bewegung im Publikum zulasse.

Auf die Gäste des benachbarten Hotels Krafft hat der vorübergehende Bühnenstandort keinen Einfluss, da der Sound gegen den Rhein und nicht gegen das Hotel schalle, sagt Nicole Körkel vom Krafft. «Wir haben im Vorfeld alle Gäste informiert, dass ein Festival stattfindet. Einige haben sogar nur deswegen ein Zimmer gebucht.» Vor allem Schweizer Musiker wie Baschi oder Stiller Has zögen Gäste an.