Das Gundeli bekommt jetzt seinen neuen Platz. Ende vergangene Woche sind die Vorbereitungen für den Bau des Meret Oppenheim-Platzes angelaufen. Der Platz ist ein Mini-Park vor den Toren des gleichnamigen Hochhauses, konzipiert von Herzog & de Meuron und zum Schluss mit dem zweitgrössten Basler Brunnen und einer von Meret Oppenheim gestalteten Plastik versehen. Am Nordrand, in Richtung Gleisanlagen, entsteht ein Baumgürtel.

Somit ist der graue Teerplatz Geschichte, auf dem vor allem so viele Velos standen, dass er im Quartier «Velofriedhof» genannt wurde. Mit dem ansehnlichen Stück Park soll nicht nur das Quartier aufgewertet werden, sondern auch ein ansehnlicher Zugang zum Hochhaus mit dem Tibits-Restaurant im Erdgeschoss entstehen. Und somit eine Aufenthaltsfläche, wie sie der Centralbahnplatz auf der anderen Seite der Passerelle nie zu bieten vermochte.

Ersatz kommt Ende Jahr

Einzige richtige Nutzer der Fläche waren bisher die Velopendler. Sie sind jetzt auf eine Zwischenlösung angewiesen. «Das aktuelle Provisorium dauert bis zur Rückverlegung der Meret Oppenheim-Strasse auf ihre ursprüngliche Route», sagt SBB-Sprecher Oliver Dischoe. Dann werde die ursprüngliche Parkierungssituation wiederhergestellt.

Aber nicht etwa die auf dem Meret Oppenheim-Platz. Dischoe: «Das heisst, das Veloparking kommt wieder unter der Passerelle zu liegen. Dies wird voraussichtlich etwa Ende dieses Jahres der Fall sein.»

Noch mehr Platz für Drahtesel

Alle Velos, die bis zum 30. April nicht weggeräumt worden waren, sind ebenfalls entfernt worden – und zwar von den SBB höchstselbst. «Die aufgrund der Baustelle dringend nötige Verschiebung der Velos wurde zeitgerecht angekündigt und im Sinne der Verhältnismässigkeit durchgeführt», sagt Dischoe. «Velos, die hinter der Absperrung waren, wurden ins Fahrzeugdepot der SBB gebracht. Sie können dort abgeholt werden.»

Zudem weisen die SBB auch auf zusätzliche Velo-Abstellplätze beim Centralbahnplatz hin. Das unterirdische Parking mit den 545 Plätzen für Velos wurde vergangenes Jahr eröffnet und war eine Reaktion der SBB auf die Parkplatznot für Velos rund um den Bahnhof SBB. Dieser ist an allen Ecken umstellt mit Velos von Basler Pendlern.

Hommage an Oppenheim

Die neue Parkinganlage ist allerdings im Gegensatz zu den bisherigen Freiluftparkplätzen kostenpflichtig. Neu wird auch die Südseite des Bahnhofs mit einer grossen Anzahl Veloparkplätze aufgewertet. Am Schluss sollen allein im Meret Oppenheim-Haus rund 700 Velos abgestellt werden können. Der neue, alte Standort unter der Passerelle soll über weitere rund 200 Abstellplätze verfügen.

Der neue Platz soll eine Hommage an die Künstlerin Meret Oppenheim werden, Namensgeberin von Strasse, Platz und Hochhaus. Oppenheim, Schöpferin der ikonischen Felltasse, wurde 1913 in Berlin geboren und starb 1985 in Basel. Ihre surrealistischen Werke stehen unter anderem im Museum of Modern Art in New York.