Die Besetzung des Schiessstandes am Allschwilerweiher ist beendet; das Gebäude abgerissen. Das Gelände muss saniert werden, damit die geplanten Bauprojekte realisiert werden können. Denn der Boden des Schiessstands ist mit bleihaltigen Projektilen und PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe), die in den zerschossenen Tontauben vorhanden sind, belastet.

Der Bund schreibt vor, dass die Anlage bis ins Jahr 2020 saniert werden muss. Es liegt aber im Interesse von Immobilien Basel-Stadt, dass das Vorhaben rasch umgesetzt wird. Ein Ingenieurbüro hat bereits Stichproben des Bodens genommen und analysiert. Über das Ausmass der Belastung wollte Alexander Gregori, Architekt und Immobilienökonom bei Immobilien Basel-Stadt, keine Auskunft geben. Er betonte aber, dass keine Gefährdung des Grundwassers vorliege. «Es ist auch nicht das gesamte Gelände belastet», sagt Gregori. Betroffen sei vor allem die Umgebung der Kugelfänge.

Ein Jahr Aufwand

Dass eine Sanierung viel Geld und Zeit kostet, zeigt ein Projekt der Berner Gemeinde Ostermundigen. Diese sanierte 2011 den Schiessstand, um eine Wohnüberbauung auf dem Gelände zu realisieren. Zum Vergleich: Der Ostermundiger Schiessplatz misst rund 90 000 Quadratmeter, der Allschwiler Schiessstand ist mit 120 000 Quadratmetern einiges grösser. Gemäss Walter Wirz, Gemeindeplaner von Ostermundigen, kostete die Sanierung rund zehn Millionen Franken. Ein Jahr verging, bis der Boden schadstofffrei war. Dabei wurden zugleich die Strassentrassees für die geplante Siedlung gebaut. Die Firma CSD Ingenieure führte die Sanierung durch. Der Grobablauf besteht aus sieben Schritten:

Historische Untersuchung: Es wird in Erfahrung gebracht, wie oft und wie lange auf der Anlage geschossen wurde und ob Erweiterungen des Schiessstands vorgenommen wurden. Nur so kann rekonstruiert werden, wo der Boden belastet ist.

Bodenproben: Mit einer Sonde werden Proben entnommen und im Labor auf den Schadstoffgehalt untersucht.

Säuberung: Eine Bodenwaschanlage filtert die Projektile aus dem Boden. Dafür muss der ganze belastete Boden umgewälzt werden.

Entsorgung: Die Projektile werden entsorgt oder rezykliert.

Feinkornbereich: Nach der Säuberung werden erneut Proben genommen. Enthält der Boden noch Schadstoffe, wird die Erde entsorgt.

Schlussbericht: Die Firma bestätigt in einem Schlussbericht, dass der Boden sauber ist.

Bund beteiligt sich

In Allschwil wird sich auch der Bund an den Sanierungskosten beteiligen, weil dort bis 2008 das obligatorische Schiessen stattgefunden hat. Pro Scheibe bezahlt der Bund aus einem Fond 8000 Franken. Gregori rechnet damit, dass bis Mitte 2014 die Sanierungsplanung abgeschlossen ist. Über den Kredit dafür wird der Grosse Rat entscheiden müssen. Der Schiessstand 1 wird übrigens nicht abgerissen.

Grün eingezeichnet sehen Sie hier die Fläche, die saniert werden muss.