Nachtleben

Der Vertrag ist unterzeichnet: Im Singerhaus gibt’s einen neuen Club

Im Singerhaus am Marktplatz werden bald wieder Partys stattfinden können.

Im Singerhaus am Marktplatz werden bald wieder Partys stattfinden können.

Die Gastrogruppe um Matthias Seitz startet mit dem nächsten Lokal im Singerhaus am Marktplatz. Im Untergeschoss sollen wieder Partys gefeiert werden können. Auf die Bewirtschaftung einer separaten Bar wird aber verzichtet.

Seit Anfang März ist das Singerhaus geschlossen, nicht nur coronabedingt. Der damalige Betreiber Oliver Keller sagt offen: «Wir haben geschlossen, bevor wir die Bilanz hätten deponieren müssen.» Nun soll zumindest der Club im Sousoll wieder öffnen. Matthias Seitz bestätigt: «Der Vertrag mit dem Hausbesitzer ist unterzeichnet.»

An der Singer Gastro GmbH sind neben Seitz fünf weitere Partner beteiligt, die in unterschiedlichen Konstellationen auch die Betreiber des «Conto», der «Balz Bar» oder des «Viertels» sind. Gezielte Wachstumspläne würden keine bestehen, sagt Seitz. Doch die Gruppe erhalte immer wieder Anfragen, ob sie ein Lokal übernehmen wollte.

Das Singerhaus, das seit 1915 eine markante Ecke des Marktplatzes bildet, hat eine bewegte Geschichte. In der ersten Etage war ursprünglich ein mondänes Café über zwei Stockwerke eingerichtet, das später zum Striptease-Lokal mutierte und zuletzt zur Bar umgebaut wurde. Im Untergeschoss wurde ein Kinosaal eingebaut, der seit fünf Jahren als Club genutzt wird.

Ein sensibler Ort an zentraler Lage

Zwei Betreibern ist es zuletzt nicht gelungen, Bar und Club wirtschaftlich erfolgreich aus einer Hand zu führen. Die neue Singer Gastro übernimmt denn auch nur den Club. Seitz sagt, man wolle sich nicht selbst kannibalisieren, da mit der «Balz Bar» bereits ein ähnliches Lokal in der Innenstadt betrieben werde.

Keller weiss allerdings aus eigener Erfahrung, dass der Barbetrieb automatisch eine Lärmproblematik mit sich bringt. Selbst eine zusätzliche Schallisolation habe Lärmklagen von Nachbarn nicht verhindert. Wenig erstaunlich ist deshalb, dass nun erwogen wird, das einstige Café einem Retailhändler zu vermieten oder gar Büroräumlichkeiten daraus zu machen.

Ganz unproblematisch wird auch der Clubbetrieb im Untergeschoss nicht sein. Schliesslich entsteht auf der anderen Strassenseite im ehemaligen Interdiscount ein schickes Hotel. Dessen Gäste werden sich bedanken, wenn sich vor ihren Fenstern über 200 aufgeputschte Clubtänzer mitten in der Nacht verabschieden.

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Autor

Christian Mensch

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