Hooligan-Konkordat

Der Widerstand gegen das Hooligan-Konkordat nützt FCB-Fans nichts

Basler Fans beobachtet von Sicherheits-Mitarbeitern im Letzigrund.

Basler Fans beobachtet von Sicherheits-Mitarbeitern im Letzigrund.

In Basel regt sich Widerstand gegen das verschärfte Hooligan-Konkordat. Basel könnte gar der einzige Kanton der Schweiz sein, der die strengeren Massnahmen gegen Fanrandale ablehnt. Profitieren werden die FCB-Fans davon aber nicht.

Diskutiert man in Basel über das Hooligan-Konkordat, schwingt hörbar Stolz mit: Als einziger Kanton der Schweiz könnte hier das verschärfte Hooligan-Konkordat bachab geschickt werden. Während die anderen Kantone die strengeren Massnahmen einer nach dem anderen einführen dürften, ist es höchst fraglich, ob das Hooligankonkordat in Basel eine politische Mehrheit findet. Grossräte von links bis rechts - und selbst der neue Sicherheitsdirektor Baschi Dürr - lehnen Reisevorschriften oder Intimkontrollen ab, die das Konkordat ermöglichen würde. Und selbst wenn der Grosse Rat Ja zu den Verschärfungen sagen würde, stünden die Chancen gut, dass sie schliesslich am Referendum scheitern werden.

Zürcher Auswärtsfans profitieren

Was dabei aber vergessen geht: Das neue Hooligan-Konkordat zielt vor allem auf die Auswärtsfans. Wenn die anderen Kantone Ja sagen - wonach es derzeit aussieht - dann wären die FCB-Fans, die die erste Mannschaft nach Zürich, Bern oder Luzern begleiten, in diesen Kantonen trotzdem von den Massnahmen betroffen. Direkt von einem Basler Nein profitieren würden dafür die Auswärtsfans der anderen Clubs, die nach Basel kommen und keine strengen Personenkontrollen fürchten müssen. Lehnt Basel das neue Hooligan-Konkordat ab, hätte die Basler Polizei nämlich nicht dieselben Möglichkeiten wie ihre Kollegen in den anderen Kantonen.

«Widerstand wird kippen»

Roger Schneeberger, der Generalsekretär der Kantonalen Konferenz der Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD), glaubt deshalb, dass am Ende auch Basel dem Hooligan-Konkordat zustimmen wird. «Treten Zürich und Bern dem Konkordat bei, dann sind mit GC, dem FCZ, YB und Thun bereits vier von zehn Super-League-Clubs abgedeckt», erklärt er. Während also die FCB-Fans an diesen Orten streng kontrolliert würden, wäre die Basler Polizei umgekehrt eingeschränkt. «Ich glaube, dass angesichts dieser Tatsache der Basler Widerstand, der zweifellos am grössten ist, am Ende kippen wird», sagt Schneeberger.

Dem widerspricht SP-Grossrat Tobit Schäfer. Er bringt als Beschwerdeführer das Hooligan-Konkordat vor das Bundesgericht und ist mittlerweile der wohl bekannteste Konkordats-Kritiker der Schweiz. Schäfer glaubt, nicht, dass die scharfen Fan-Massnahmen in Basel eine politische Chance haben.

Ein Zeichen setzen

Ihm ist zwar bewusst, dass wenn seine Beschwerde abgelehnt wird und das Hooligan-Konkordat in allen Kantonen ausser Basel durchkommt, für die hiesigen Fans nichts gewonnen ist. Nachteile sieht er aber auch nicht auf Basel zukommen: «Die Behauptung der KKJPD, dass Basel im Nachteil ist, wenn das Hooligan-Konkordat abgelehnt wird, ist eine leere Drohung: Seit Ende November 2009 gab es bei Heimspielen des FCB keine grösseren Probleme mehr.» Schäfer geht es um etwas anderes: «Wenn die Fussball-Stadt Basel das Hooligan-Konkordat ablehnt, ist das ein deutliches Signal an die ganze Schweiz: Wir machen nicht jede unverhältnismässige Verschärfung mit.»

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