Dernière auf der Kippe
Lärmkontingent überschritten: Posse um Konzerte im Kannenfeldpark

Das letzte Konzert der «Summersprosse»-Reihe stand auf der Kippe - weil das Lärmkontingent ausgeschöpft war. Nun wurde ein bemerkenswerter Kompromiss gefunden.

Patrick Marcolli
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Hier finden die Konzerte statt: Auf der kleinen Waldbühne im Kannenfeldpark.

Hier finden die Konzerte statt: Auf der kleinen Waldbühne im Kannenfeldpark.

Bild: zVg / Archiv

Ernst Mutschler ist immer noch hörbar verärgert. Der Organisator hinter den «Summersprosse»-Konzerten im Kannenfeldpark musste sich in den vergangenen Tagen mit den baselstädtischen Behörden herumschlagen.

Zwei Stunden vor Beginn des ersten Abendkonzerts am 7. Juli hat er laut eigener Aussage davon erfahren, dass ihm die Behörden die Bewilligung für das vierte und letzte «Summersprosse»-Konzert am 18. August (ein weiteres findet am 1. August nachmittags statt) entzogen wurde - weil das Lärmkontingent ausgeschöpft sei.

Mutschler und seine Mitstreiter waren naturgemäss ausser sich

Sie liefen Sturm gegen den Entscheid und fanden mit den Behörden schliesslich einen Kompromiss: Die Konzerte können wie geplant alle auf der kleinen Waldbühne im Park stattfinden. Sie müssen aber um 21.30 Uhr statt um 22 Uhr fertig sein, damit das Lärmkontingent für diesen spezifischen Ort nicht überschritten wird. In der Pause der Konzerte liest Mutschler den Zuhörerinnen und Zuhörer jeweils vor, weshalb sie eine halbe Stunde weniger Musik geniessen können als geplant. «Dann wird jeweils gebuht und gepfiffen, wie wenn ein Schiedsrichter einen Fehlentscheid getroffen hat», meint Mutschler, nicht ohne Stolz. Er verstehe die ganze Angelegenheit nicht: Es habe ja auch noch nie eine Lärmklage von Anwohnerinnen und Anwohner gegeben.

Matthias Nabholz, Leiter des zuständigen Amts für Umwelt und Energie (AUE) rechtfertigt das Vorgehen der Behörden: «Erst dank solcher Lärmkontingente können an einem solchen Ort überhaupt Jazz- und Rockkonzerte stattfinden», sagt er gegenüber der bz. «Das wäre in keiner anderen Stadt in der Schweiz möglich.» Dass an anderen Orten in der Stadt Basel an mehr Abenden und länger gespielt werden darf, hänge mit der entsprechenden Lärmempfindlichkeitsstufe zusammen. Und der Kannenfeldpark liege nun mal in einem Wohngebiet. In den vergangenen Jahren seien immer lediglich drei «Summersprosse»-Konzerte ausgetragen worden, da das Kontingent genau dafür ausgereicht hat.

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