Herr Burgener, waren Sie überrascht darüber, dass die Katze jetzt aus dem Sack ist?

Bernhard Burgener: Das kann man so sagen. Ich war sehr überrascht, dass es jetzt schon in den Medien ist. Und es hat auch enorme Wellen ausgelöst.

Ist das ein Problem für Sie?

Es ist so, dass das Ganze sicherlich in einem viel zu frühen Stadium an die Öffentlichkeit gelangt ist.

Können Sie uns erklären, wie Sie auf die Idee gekommen sind, Bernhard Heusler beim FC Basel als Präsident zu beerben?

Ich kenne Bernhard Heusler schon länger. Vor etwas mehr als einem Monat ist er dann auf mich zugekommen und sagte mir, dass er sich Gedanken mache über die Zukunft des FC Basel, dass er sich im Sommer zurückziehen und den Verein in gute Hände legen wolle. Er hat mit diesem Verein eine unglaubliche Geschichte geschrieben und eine grosse Serie an Erfolge gefeiert.

Wie war Ihre erste Reaktion, als Bernhard Heusler Sie mit seinen Gedanken konfrontierte?

Ich bin mit dem Fussball, dem Sport und dem FC Basel schon seit der Kindheit stark verbunden. Ich bin bei vielen Spielen im Stadion. Als Bernhard Heusler mich dann fragte, ob ich einen Vorschlag vorstellen möchte, habe ich ihm zugesagt.

Neben Ihnen wäre Marco Streller die zweite starke Person in der Führung des FC Basel. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?

Ich kenne Marco natürlich. Aber bitte verstehen Sie, dass ich zu ihm nicht mehr sagen möchte. (Marco Streller wollte auf Anfrage zu den aktuellen Entwicklungen noch keine Stellung beziehen, Anm. d. Red.)

Zurück zu der Übernahme. Wie weit sind Sie schon?

Bernhard Heusler und ich haben, als er mir von seinen Plänen erzählt hat, ein Gespräch geführt. Aber es ist noch nichts entschieden und auch noch kein Vertrag unterschrieben. Ich werde den vorgesehen Weg gehen und das Konzept im März dem unabhängigen Gremium vorlegen (ein dem FCB unabhängiges, achtköpfiges Gremium soll das Konzept prüfen, um Interessenskonflikte zu vermeiden, Anm. d. Red.).

Momentan stehen Sie noch im Verwaltungsrat der «Team Marketing», die die Rechte der Champions League und der Europa League vermarktet. Sie sagten in einem früheren Interview, dass diese Tätigkeit nicht mit einer Funktion in einem Verein zu vereinbaren wäre, weil Sie neutral sein müssen. Wie sehen die Pläne da aus?

Selbstverständlich werde ich das Amt als Verwaltungsrat in der «Team Marketing» niederlegen, sollte die geplante Lösung beim FC Basel per Sommer Tatsache werden.

Sie haben sich bisher bewusst aus der Öffentlichkeit zurückgehalten, sagten auch einige Male, dass Sie lieber im Hintergrund bleiben. Das wird in der Funktion des FCB-Präsidenten schwer werden.

Das sehen wir dann. Ich habe in meiner Funktion und in meiner Laufbahn einige Marken gross gemacht, und es immer geschafft, dass das Produkt dabei im Vordergrund stand. Es ist doch so: Die Fans kommen wegen des Produkts ins Stadion, nicht wegen der Verwaltungsräte. Und das Produkt sind der Fussball, die Mannschaft und die Fans, und über das soll auch geschrieben werden. Über die tollen Spiele und die Resultate.

Und Sie glauben, dass das klappt?

Ja, das glaube ich.

Ihre gute Bekannte Gigi Oeri sagt, dass der Nachwuchs Ihnen sehr am Herzen liegt. Würde der FC Basel folglich unter Ihnen wieder vermehrt auf selber ausgebildete Spieler setzen?

Gigi Oeri hat mit dem Campus Geschichte geschrieben und tut das auch jetzt noch. Und der Campus ist zentral für den FC Basel. Mehr kann ich im Moment wirklich nicht dazu sagen.