Schleuse zum Jenseits

Dia de los Muertos – Der Tod grinst auch in Basel

Der «Dia de los muertos» aus Mexiko erobert sich seinen Platz in der Basler Kultur-Agenda.

Oktoberfest, Halloween, St. Patrick’s Day – die Liste der ausländischen Bräuche, die in der Schweiz zelebriert werden, wird länger und länger. Nun erfährt auch das farbenfrohe Totenfest der Mexikaner, der «Dia de los muertos» immer grössere Popularität hierzulande. Noch vor wenigen Jahren praktisch keinem Basler ein Begriff, werden morgen gleich diverse Veranstaltungen zum Thema geplant – und auch besucht.

Bereits heute gehen die Festivitäten los. Etwa im neuen In-Lokal Cartell an der Henric-Petri-Strasse, geführt vom Mexikaner Rodolfo Estrada. Hier fanden sich am Nachmittag dutzende Kinder mit ihren Eltern ein, um sich schminken zu lassen. Entweder im Stil von Catrina, der Symbolfigur für den Tag der Toten, oder als Totenschädel, dem «Calavera». Estrada erklärt, man wolle so den Verstorbenen ähnlichsehen, damit diese sich beim Anblick der Lebenden nicht erschrecken. Der Gastronom hat im Restaurant einen kleinen Altar mit gerahmten Fotos von verstorbenen Familienmitgliedern aufgestellt, geschmückt mit gelben Cempasúchil-Blumen. «Es ist ein Fest der Freude. An diesem Tag zeigen wir unsere Liebe und unseren Respekt für die Toten», sagt er.

Irgendwann wird auf den Tischen getanzt

Nach den Kindern sind morgen gemäss mexikanischer Tradition die Erwachsenen an der Reihe. Estrada hat ein «Dia de los Muertos»-Menu zusammengestellt, unter anderem mit Fisch, den man in den Küstenregionen Mexikos am Tag der Toten isst, und mit «Pan de Muerto», einem Süssgebäck. Danach wird getanzt, «irgendwann auch auf den Tischen», kündigt Estrada an. Allerdings ist das Restaurant morgen Abend restlos ausgebucht. «Die Nachfrage war riesig. Dass ausländische Bräuche auch in der Schweiz gefeiert werden, hat sicher mit der Globalisierung zu tun.» Ein weiterer Grund dürfte sein, dass der Tag der Toten seit 2003 zum immateriellen Unesco-Weltkulturerbe gehört.

Doch nicht nur in mexikanischen Restaurants wird der Tag der Toten in Basel neuerdings gefeiert. Sondern auch in grösseren Lokalitäten wie der Kaserne, mit «viel Musik, Essen, Workshops und abschliessender Party». Es solle eine bunte Schleuse zum Jenseits werden, ist auf der Website zu lesen. Ein bisschen Farbe im tristen Herbst tut wohl jedem gut.

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