Tram
Die 3er-Tram-Verlängerung ins Elsass nimmt Fahrt auf

Es geht voran mit der Verlängerung des 3er-Trams von Basel in die elsässische Nachbarstadt Saint-Louis – 2018 könnte sie in Betrieb genommen werden. Die Elsässer müssen dabei noch mehr Gas geben, als ihnen lieb ist.

Peter Schenk
Merken
Drucken
Teilen
Das Opfer befand sich im Tram der Linie 3, als er angegriffen wurde.

Das Opfer befand sich im Tram der Linie 3, als er angegriffen wurde.

Kenneth Nars

Das Projekt, das 3er-Tram von Basel in die elsässische Nachbarstadt Saint-Louis zu verlängern, kommt voran. Kürzlich hat die Communauté de Communes des Trois Frontières (Comcom), der Zweckverband, der auf der französischen Seite für das Vorhaben zuständig ist, die Firmengruppe bestimmt, die für die Projektleitung verantwortlich ist.

Im Elsass sollen 2,8 Kilometer neue Tramgleise vom Zoll Burgfelden bis westlich des Bahnhofs von Saint-Louis führen, wo ein 43 Hektaren grosses neues Quartier erschlossen wird. Auf dem Weg liegen Haltestellen bei einem Gymnasium, einer Klinik und einem Einkaufszentrum. Die derzeitige Wendeschlaufe in Basel wird zum Burgfelder Zoll verlegt, wo sie um ihn herum verlaufen wird.

Der Zoll gibt grünes Licht

Das Tram aus Fahrtrichtung Saint-Louis hält dann zwischen heutiger Zollanlage und der BP-Tankstelle, aus Basel ist der Halt vor dem Scheunentor des Burgfelderhofs. «Französischer und Schweizer Zoll sowie die Grenzwache haben grünes Licht gegeben. Das ist ein Meilenstein», freut sich Carsten Fiedler, Basler Projektleiter der Tramverlängerung.

Als zusätzliche Spezialität musste berücksichtigt werden, dass die Burgfelderstrasse eine Ausnahmetransportroute ist – die Zollanlage also hoch genug sein muss, um die Abfertigung von übergrossen Transporten zu gewährleisten, ohne dass der übrige Verkehr zum Erliegen kommt.

Bis zum Zoll wird es von Basel aus einen 7,5-Minuten-Takt geben, nach Saint-Louis weiter fährt jedes zweite Tram, was einen 15-Minuten-Takt ergibt. Ursprünglich sollte die Wendeschlaufe am bisherigen Ort 500 Meter von der Grenze bleiben. Durch die Verlegung an den Zoll werden der Burgfelderhof, das Rehab, das Sportzentrum Pfaffenholz wie auch die Wohnhäuser im grenznahen Teil von Burgfelden an den 7,5-Minuten-Takt angeschlossen – eine Änderung, die Sinn machte.

Kosten stiegen auf 98 Millionen

Die ursprünglich auf 85 Millionen Franken geschätzten Kosten stiegen dadurch allerdings auf 98 Millionen Franken. Auf französischer Seite fallen davon 69,5 Millionen und auf Basler Seite 28,5 Millionen an. Das Gesamtprojekt könnte im Rahmen des Agglomerationsprogramms vom Bund mit 40 Prozent unterstützt werden. Die Entscheidung über die Finanzierung fällt diesen Sommer.

Carsten Fiedler hofft, dass der Bund nicht nur die ursprünglich eingegebenen 85 Millionen Franken mitfinanziert. Da die Haltestellen auf der Basler Seite behindertengerecht gestaltet werden müssen, machte es Sinn, den Projektperimeter und die Neugestaltung der Strecke bis zur Waldighoferstrasse auszuweiten. Das Projekt 3er-Tram-Verlängerung umfasst somit in der Schweiz nicht mehr 500 sondern 800 Meter.

Fiedler geht davon aus, dass das Vorprojekt für die Schweizer Seite in der zweiten Hälfte des Jahres 2013 fertig sein wird. Der daraus resultierende Ratschlag der Regierung dürfte dann erfahrungsgemäss in der ersten Hälfte 2014 im Grossen Rat behandelt werden.

Ende 2017 in Betrieb

Laut Hubert Vaxelaire, bei der Comcom für öffentlichen Verkehr zuständig, könnte das verlängerte 3er-Tram Ende 2017 oder Anfang 2018 in Betrieb genommen werden; eine Zielvorstellung, die auch Claus Fiedler teilt: «Ich bin optimistisch, denn der politische Wille ist da.»

Die Elsässer müssen dabei sogar noch mehr Gas geben, als ihnen lieb ist. So hatte die französische Regierung ihre Zusage für eine Subvention in Höhe von 5,73 Millionen Euro an den Baubeginn spätestens Ende 2013 geknüpft. Mittlerweile wurde der Termin um drei Monate auf Ende März 2014 verlängert. «Die Planung ist sehr eng, aber wir versuchen das einzuhalten», sagt Vaxelaire. Ein weiteres Problem: Für die Schweizer Seite dürften die Elsässer mit dem Bau erst 2015 beginnen.

Ende Februar hat Roland Igersheim, Präsident der Comcom, einen Termin im französischen Transportministerium, um die besondere Situation in der Grenzregion zu erklären und zu versuchen, die Termine für den Baubeginn zu harmonisieren. «Wir hoffen auf eine weitere Verschiebung, ohne die Subventionen zu verlieren», erklärt Hubert Vaxelaire. Zur Not könne man auch provisorisch mit dem Bau im Elsass beginnen: «Da gilt es dann, Paris zufriedenzustellen, ohne Bern zu verärgern.»