Spätestens nach seinem 8. Wimbledonsieg steht fest: Roger Federer wird auf der ganzen Welt als Tennis-Legende verehrt. Doch in seiner Heimat Basel ist es noch nicht einmal zur Siegesfeier gekommen. Dabei hat die Euphorie auch viele Basler Fans angesteckt.

Vergangene Woche hat die bz zusammen mit der Online-Plattform crowdwerk.net nach Ideen gefragt, wie die Tennisikone in ihrer Heimatregion gewürdigt werden kann. Neben Plätzen und Strassen, die nach Federer benannt werden könnten, sind auch einige kuriose Vorschläge eingetrudelt.

Bei unserer Online-Umfrage kann man noch immer seine Stimme für weitere Würdigungsideen abgeben (ganz unten im Artikel). Die besten drei Vorschläge werden dann von der bz prämiert und mit Strandkabine und Bade-Sack belohnt.

Heilig

Für Tennisfans ist Roger ein Heiliger – für Basler offensichtlich auch. Wenn es nach den bz-Lesern geht, könnte Roger deshalb das noch freie Amt des offiziellen Basler «Sport-Patrons» übernehmen. In einer solch wichtigen Position könnte er es sich fast schon anmassen, sich an den Rhein neben die Helvetia zu setzen. Ein Sakrileg? Die echten Vorschläge sind nicht weniger extrem: Als Ikone aus Gold soll Roger über der Münsterpforte hängen. Dem beliebtesten Vorschlag nach soll Roger aber den Heiligen Jakob ablösen, nach dem das «Joggeli»-Stadion benannt ist. Für manche Leser ist er allerdings weniger Heiliger denn Flüchtling: Steuerflüchtling nämlich. Auch das verdient eine Würdigung: Mit einem nach ihm benannten SBB-Abo für die Strecke Basel-Wollerau, Steueroptimierungsberatung inklusive.

Königlich

Wie Griechenland und Mazedonien sich um Alexander den Grossen streiten, tun es offenbar auch Basel-Stadt und Baselland, wenn es um ihren «Grossen Roger» geht. Sich endgültig als Heimatort der Tennislegende profilieren will das Baselbiet deshalb mit einem prominenten Denkmal: Das Liestaler Törli soll zum «King Roger Törli» werden. Natürlich müsste dann auch die Fassadenmalerei von Otto Plattner einem imposanten Roger-Kunstwerk weichen. Statt Gemälden wie der «Alexanderschlacht» würde sich ja dann der «Roger-Match» oder der «Einzug nach Liestal» anbieten. Von seinen Untertanen würde der König hinter seinem Törli sicher gebührend empfangen.

Pragmatisch

Es gibt nicht nur Namen, die nach einem Denkmal verlangen, sondern auch Orte, die einen Namen brauchen. So zum Beispiel das noch namenlose Gässchen neben dem Basler Stadtcasino. Da nach unserem Lokalhelden Roger noch nichts benannt ist, haben sich hier zwei gefunden, die ihrer Prominenz nach bestens zueinander passen. Und falls es doch nicht ganz für die Durchgangsgasse in der Innenstadt reicht, würde sich auch die geplante neue Tennishalle des Tennisclubs Old Boys anbieten. Aus dem alten Trainingsgrund des Tennisstars eine «Roger Federer Arena» zu machen, das ist wohl nicht nur der pragmatischste, sondern auch der realistischste Vorschlag.

Kulinarisch

Gerade bei seinen weiblichen Fans gilt Roger Federer als Leckerbissen. Unsere Leser hat das inspiriert, tatsächliche Gaumenfreuden nach ihrem Helden zu benennen. Das Läckerli soll deshalb fortan «Federli» heissen. Und auch Zürcher Süssigkeiten sollen mit Rogers Hilfe zu einer Basler Spezialität werden: gelbe Luxemburgerli mit Basler Kirsch-Aroma, eine «Tennisball»-Edition zu Ehren desjenigen, der die Bälle am besten serviert.

Fliessend

Wenn es darum geht, Orte nach grossen Persönlichkeiten zu benennen, sind Plätze und Strassen Standardvorschläge. Natürlich gibt es auch Basler Fans, die ihrem Star, ohne zu zögern, den Messeplatz widmen würden. Doch warum statt einer Attraktion nicht ein ganzes Touristen-Programm? So könnte die Birs in «Federer-Bach» umgetauft werden. Am «Roger-Chöpfli» fliesst dieser dann in den Rhein. Folgt man dem Rhein weiter, kommt man irgendwann an der «Drei-Roger-Brücke» vorbei. Wer nicht ganz soweit in den Süden will, dem empfehlen unsere Leser, den Fluss mit der «Federer-Fähre» zu überqueren. Wie die nächsten Vorschläge zeigen, geht die Tour dann vielleicht sogar über die Basler Grenzen hinaus.

International

Aus dem «Federer-Airport» wird vorerst nichts, darüber hat die bz bereits berichtet. Aber vielleicht aus einem einzelnen Flugzeug. Unsere Leser fordern deshalb, die Swiss soll ihren besten Flieger nach dem besten Spieler benennen. Auch eine Federer-Sonderlackierung soll nicht fehlen. Was wäre passender für den Basler Export, der aus der Schweiz die ganze Welt bereist, als eine Swiss-Maschine, die dasselbe tut? Für manche Fans ist aber sogar die ganze Welt zu klein für ihr Idol. Deshalb soll ein UFO-Landeplatz nach Roger benannt werden. Zuversichtlich, dass er auch ausserirdische Gegner auf dem Platz schlagen würde, sind wir allemal.