Zoo Basel
Die Affen kehren aus dem Exil ins umgebaute Haus zurück

Der Basler «Zolli» hat seine Affen wieder: Nach einem Jahr aufwändigen Umbaus sind die meisten Primaten ins Affenhaus zurückgekeht, das am Freitag für das Publikum wiedereröffnet wird. Es gibt mehr Platz und mehr Licht als früher.

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Rotbauchtamarin
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Schimpansentransport
Schimpansen gefällt es im neuen Heim
Gezügelt und frisiertZo
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Hallo, wo sind wir denn da? Affen beim Transport
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Der Zolli hat seine Affen wieder
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Wegzug und Rückkehr bedeuteten für die Publikumslieblinge wie die Gorillas zweimal Stress. Sie profitierten aber auch: Weil man Menschenaffen für den Transport zur Sicherheit narkotisiert, haben die Verantwortlichen die Gelegenheit genutzt, ihnen gleich auch Gesundheits-Check, Zahnpflege und Pedicure angedeihen zu lassen.

Die Affen hatten es im Umbau-Exil bei Novartis gut, wie Kurator Jakob Huber am Donnerstag vor den Medien sagte: Zehn Geburten gab es in dieser Zeit, selbst bei den kleinen Goldgelben Löwenäffchen - deren ersten Jungen seit 20 Jahren. Und in der ersten Nacht nach der Rückkehr ins Zolli-Affenhaus kam ein Klammeräffchen zur Welt.

Reiz-Angebot verbessert

Der Transport von insgesamt 43 Kleinaffen und 16 Menschenaffen, darunter auch betagten, dauerte drei Tage - Kleinaffen konnte man ohne Narkose mit Netzen einfangen. Noch sind nicht alle Basler Affen wieder daheim: So weilen die Orang Utans noch ein Jahr im Zoo Gelsenkirchen und die Wollaffen in einem britischen Monkey World.

Die Zolli-Pflegerinnen und -Pfleger betreuten die Affen auch im Exil. Das war aufwändig, denn mangels Publikum, das im Zolli für Abwechslung sorgt, war es den Tieren dort eher langweilig. Damit das im Zoo-Affenhaus anders ist, wurden beim Umbau laut Zoodirektor Oliver Pagan 100 echte Baumstämme und 2,3 Kilometer Seile montiert.

Viele der artspezifischen Affenmöbel sind beweglich befestigt, weil auch die Tiere das Klettern erst lernen müssen, wie Huber erklärte. Herausforderungen gibt es ebenso für die grauen Zellen: So bekommen etwa Gorillas Futter auch in mehrstöckigen Plexiglasboxen, aus denen sie es mit Stecken und Fingern erst herausbugsieren müssen.

Affen-Zimmer besser als Grosshalle

Die Grundstruktur des 1969 gebauten Basler Affenhauses sei mit den verbundenen Räumen dem Regenwald ähnlicher und damit tiergerechter als in Mode gekommene Grosshallen, sagte Huber weiter. Durch den Einbau von Dachfenstern hat es neu viel Tageslicht im Affenhaus. Später bekommen die grossen Affen noch Dachterrassen- «Volièren».

Die ganze Erneuerung der Basler Affenanlage kostet rund dreissig Millionen Franken; rund die Hälfte davon fliesst ins Haus. 25 Millionen steuert die Eckenstein-Geigy-Stiftung bei - eine Rekordspende. Vom Umbau profitieren zudem auch die Besuchenden: Neu gibt es eine Lärmschutzdecke und verbesserte Informationen zu den Tieren.