Unikat
Die Antonov 225: Ein riesiger Exot gastiert auf dem Euroairport

Am Freitagabend nach 18 Uhr landete das grösste Flugzeug der Welt in Basel. Die Antonow 225 «Myria» ist ausserdem ein Einzelstück. Der gewichtige Besuch zog unzählige Fotografen und Schaulustige an den Euroairport.

Stefan Schuppli
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Die Antonov im Anflug auf Basel am 28. Juni.
12 Bilder
Warten auf die ANkunft des grössten Flugzeugs der Welt.
Die Fotografen und Schaulustigen bereiten sich auf die Ankunft vor.
Die Antonov 225 landet am EuroAirport
Die Antonov ist da.
Von zahlreichen Kameras wird die spezielle Ankunft festgehalten.
Die alte Dame weiss auch aus der Luft zu überzeugen.
Sie lässt die restlichen Flugzeuge schlicht winzig erscheinen.

Die Antonov im Anflug auf Basel am 28. Juni.

Kenneth Nars

Bereits um 17 Uhr scharten sich Dutzende von Fotografen und Schaulustige entlang der Piste am nördlichen Ende des Euroairports. Ohne Zweifel, da wurde gewichtiger Besuch erwartet. Kurz nach sechs war es dann so weit. Doch welch ein Pech - während alle Augen und Objektive gen Norden gerichtet waren, flog das Teil von Süden an. Die Flugsicherung hatte kurzfristig das Flugregime geändert.

Noch im Anflug fielen die Ausmasse der Russischen Antonow wegen fehlenden Bezugsgrössen nicht weiter auf. Doch einmal am Boden, war das schon beeindruckend: Das Flughafengebäude nahm sich plötzlich eher klein aus neben dem Flieger.

Zu hören war der Riese kaum; erst als die Schubumkehr der sechs Triebwerke einsetze, fauchte er kurz. Zum Schluss blieb die Maschine aus unerfindlichen Gründen auf dem Rollfeld neben der Piste stehen, stellte die Motoren ab und klappte die Bugnase hoch. Flugfunk-Mithorcher vermuteten eine Panne. Gemäss Euroairport transportierte der Jet Kesseleinrichtungen. Insider wussten, dass sie von Korea kam, mit Tankstopp in Baku.

Die Antonow 225 «Mryia» (Traum) hält diverse Rekorde: Spannweite (88,4 m), Länge (85,3 m), Abfluggewicht (600 Tonnen). Auch der Frachtraum hat nette Ausmasse: 43 m lang und einen Querschnitt von 6,4 auf 4,4 Meter. Mit der AN-225 wurde das schwerste je geflogene Frachtstück transportiert, ein 190 Tonnen schwerer Generator für ein Gaskraftwerk. Das grösste Passagierflugzeug, der Airbus A-380 bringt es auf 80 m Spannweite und 73 m Länge.

Die «Mryia» wurde unter anderem für die Huckepack-Flüge der Raumfähre Buran gebaut. Nach der Beendigung dieses Raum-Programms wurde sie zu einem Frachtflugzeug umgebaut und wird heute von der Chartergesellschaft Antonow Airlines für Spezialtransporte eingesetzt. Weitere AN-225 wurden nicht gebaut. Die AN-225 kann gemäss einer Mitteilung des Euroairports voraussichtlich bis Samstagvormittag von der Zuschauerterrasse des Euroairport auf der Schweizer Seite gesehen werden. Voraussichtlich um 12 Uhr startet das Flugzeug leer zu seinem nächsten Einsatz nach Leipzig.

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