Ein Jammern und Wehklagen hallt durch Basel. «Weh, weh, die grosse Stadt, die bekleidet war mit köstlicher Leinwand und Scharlach und Blau und übergoldet war mit zwei Meistersternen», wie es schon in der Offenbarung heisst. Hört man sich im Stadion, im Drämmli oder in den Kneipen um, so könnte man meinen, der FC Basel stecke fürwahr in einer Krise biblischen Ausmasses, wie sie bereits der grosse Fussballapokalyptiker Johannes beschrieb: «Und sie warfen Staub auf ihre Häupter und schrien, weinten und klagten.»

Da scheint es an der Zeit einen Ausweg aufzuzeigen aus diesen Gedankenketten, die in den rot-blauen Köpfen geschmiedet werden. «Erst Lausanne, dann St. Gallen und am Ende die Nati B.» Die Psychologie kennt einen Ausweg. Er heisst ACT. Das steht für die Acceptance and Commitment Therapy, die Kunst des Akzeptierens und der Bereitschaft. Lasst uns das am anstehenden Spiel gegen den FCZ doch mal üben.

Nehmen wir also im Stadion eine achtsame Haltung ein und lassen unseren Atem fliessen. Ein und aus. Spüren wir die Verbindung unserer Füsse zum Boden. Hören wir den Torjubel der Zürcher. Ganz ohne zu werten. Lassen wir ihn durch uns durchfliessen in einer positiv-neugierigen inneren Haltung. Nichts muss, alles darf.

Wir akzeptieren die Fussballwelt und unsere Gefühle, ganz so wie sie sind. Und atmen. Wir müssen an nichts denken. Auch nicht an Ancillo Caneppas Grinsen. Oder an die Frisur seiner Frau. Wir lassen das Zürcher Präsidentenpaar durch unseren Kopf fliessen, rein und raus. Wir defusionieren von unseren Gedanken: Ich fühle Wut, Trauer und Empörung. Ich bin sie nicht.

Wir hängen nicht Erinnerungen an Torsten Fink oder Christian Gross nach. Wir sind ganz im Jetzt und zeigen unsere Bereitschaft, indem wir dem Trauerspiel auf dem Rasen gelassen zusehen. Wir denken nicht an die Zukunft, den Mittwoch, wenn unser FCB von Benfica Lissabon auseinandergeschraubt werden wird.  Stellen wir uns statt dessen eine grüne Wiese vor, beispielsweise den Acker im Stadion des FC Wil, jenes Clubs, den wir in der nächsten Saison zu unseren geachteten Liga-Kollegen zählen werden. Und atmen.

Nein, das ist natürlich nicht das Stadion in Wil. Es ist eine von Wildschweinen zerstörte Wiese in Deutschland. Ist aber typähnlich.

Das Stadion in Wil

Nein, das ist natürlich nicht das Stadion in Wil. Es ist eine von Wildschweinen zerstörte Wiese in Deutschland. Ist aber typähnlich. 

Wer ruhig bleibt, darf am Ende auch sein mesolimbisches System belohnen. Zum Beispiel mit einer Joggeliwurst. Nein, verdammt, die gibt’s ja auch nicht mehr! Also doch Johannes: «Und siehe, ein fahles Pferd. Und der daraufsass, des Name hiess Burgener, und die Hölle folgte ihm nach.»

Auch Hans Holbein (1465-1525) beschäftigte sich mit den biblischen Vorstellungen der Apokalypse. Den vier Reitern kommt dabei eine herausragende Bedeutung zu. Und, liebe Freunde okkulter Verschwörungstheorien, Raphael Wicky, Marco Streller, Alex Frei und Bernhard Burgener das sind wie viele Personen...?

Die Reiter der Apokalypse von Hans Holbein

Auch Hans Holbein (1465-1525) beschäftigte sich mit den biblischen Vorstellungen der Apokalypse. Den vier Reitern kommt dabei eine herausragende Bedeutung zu. Und, liebe Freunde okkulter Verschwörungstheorien, Raphael Wicky, Marco Streller, Alex Frei und Bernhard Burgener das sind wie viele Personen...?