Das breite Publikum hat erst ab Donnerstag Zugang zur Art Basel. Der weltweit wichtigsten Marktplatz deckt das Spektrum von der klassische Moderne des frühen 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwartskunst ab.

Die beiden ersten Messetage sind seit letztem Jahr den VIP-Gästen vorbehalten - finanzkräftigen Sammlern etwa, Museumsdirektoren, Kuratoren oder auch Künstlerinnen und Künstlern.

Die ersten Tage zählen

Dank dieser Trennung von Klasse und Masse können die Galerien sich am Dienstag und Mittwoch intensiv und exklusiv um ihre hochkarätige Klientel zu kümmern. Und das kann sich durchaus lohnen.

So konnte die Schweizer Galerie Hauser & Wirth letztes Jahr schon am ersten Tag Meisterwerke von Louise Bourgeois, Philip Guston und Paul McCarthy verkaufen. Und die New Yorker Pace Gallery fand in "Nullkommanichts" einen Käufer für ein mit 25 Millionen Dollar angeschriebenes Grossgemälde von Gerhard Richter.

2012 verzeichnete die Art Basel rund 65'000 Besucherinnen und Besucher. Nächste Woche dürften es ähnlich viele sein. Ihnen präsentieren sich 304 Galerien aus 39 Ländern, die aus rund 1000 Bewerbungen ausgewählt wurden.

Am meisten aus den USA

Die Selektion erfolgte durch eine Jury mit sechs Mitgliedern aus sechs Ländern. Die Schweiz wird vertreten durch die Zürcher Galeristin Eva Presenhuber. Über 80 Galerien, die an der diesjährigen Art teilnehmen können, stammen aus den USA, nahezu 60 aus Deutschland, knapp 40 aus Grossbritannien und über 30 aus der Schweiz.

Den Kern der Art bildet der Sektor "Galleries". Dort zeigen 238 Galerien neben Malerei und Zeichnungen auch Skulpturen Installationen, Fotografie, Videoarbeiten und Editionen.

Dazu kommen als weitere Sektoren "Feature", "Statements" und "Unlimited" Letzterer - heuer so gross wie noch nie - wartet mit 79 grossformatigen, teils eigens für die Art realisierten Projekten auf, die den Rahmen normaler Messestände sprengen.

Erstmals bespielt die Kunstmesse dieses Jahr auch die eben erst in Betrieb genommene spektakuläre Messehalle der Architekten Herzog & de Meuron.

Ausserhalb der Messehallen tritt die Art Basel auch mit ihrem "Art Parcours" in Erscheinung. In diesem Rahmen präsentieren sich dieses Jahr 17 Künstler im historischen Klingental bei der Kaserne. Diese Schau ist für das Publikum kostenlos.

Geschätzte "Trittbrettfahrer"

Längst buhlen während der "Art" diverse Parallelmessen um die Gunst des Publikums. Einen festen Platz geschaffen hat sich dabei die "Liste", die heuer mit 66 Galerien ihre 18. Auflage erlebt. Wieder dabei sind dieses Jahr etwa auch die Messen "Scope" und "Volta".

Die Art-Verantwortlichen scheinen über diese "Trittbrettfahrer" nicht unglücklich: Die "Liste" beispielsweise biete eine "wunderbare Plattform" für sehr junge Galerien und Künstler, sagte Art-Sprecherin Dorothee Dines zur Nachrichtenagentur sda: "Einige von ihnen schaffen es ein paar Jahre später in unsere 'Statements' oder in den 'Feature'-Sektor".