Kunstmesse
Die Art Basel ist bis Donnerstag eine exklusive Veranstaltung

Basel steht nächste Woche wieder im Fokus der internationalen Kunstwelt. Zum 44. Mal öffnet am Dienstag die Kunstmesse Art Basel ihre Tore. Bis zum 16. Juni zeigen über 300 Galerien Werke von rund 4000 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt.

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Während den ersten beiden «Art-Tagen» gehen die VIPs auf Einkaufstour. (Symbolbild)

Während den ersten beiden «Art-Tagen» gehen die VIPs auf Einkaufstour. (Symbolbild)

Keystone

Das breite Publikum hat erst ab Donnerstag Zugang zur Art Basel. Der weltweit wichtigsten Marktplatz deckt das Spektrum von der klassische Moderne des frühen 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwartskunst ab.

Die beiden ersten Messetage sind seit letztem Jahr den VIP-Gästen vorbehalten - finanzkräftigen Sammlern etwa, Museumsdirektoren, Kuratoren oder auch Künstlerinnen und Künstlern.

Die ersten Tage zählen

Dank dieser Trennung von Klasse und Masse können die Galerien sich am Dienstag und Mittwoch intensiv und exklusiv um ihre hochkarätige Klientel zu kümmern. Und das kann sich durchaus lohnen.

So konnte die Schweizer Galerie Hauser & Wirth letztes Jahr schon am ersten Tag Meisterwerke von Louise Bourgeois, Philip Guston und Paul McCarthy verkaufen. Und die New Yorker Pace Gallery fand in "Nullkommanichts" einen Käufer für ein mit 25 Millionen Dollar angeschriebenes Grossgemälde von Gerhard Richter.

2012 verzeichnete die Art Basel rund 65'000 Besucherinnen und Besucher. Nächste Woche dürften es ähnlich viele sein. Ihnen präsentieren sich 304 Galerien aus 39 Ländern, die aus rund 1000 Bewerbungen ausgewählt wurden.

Am meisten aus den USA

Attraktives Museumsprogramm am Rande der Art Basel

Die Basler Museen bieten während der "Art" jeweils ein besonders attraktives Programm: So präsentiert das Kunstmuseum Picasso und zeigt zusätzlich Arbeiten des US-Künstlers Ed Ruscha, der in früheren Jahren auch schon persönlich an der Kunstmesse gesichtet wurde.

Die Fondation Beyeler lockt die Kunstwelt mit einer umfangreichen Max Ernst-Retrospektive und im Museum Tinguely steht neben dem Namensgeber selbst eine Ausstellung des litauischen Zeitgenossen Zilvinas Kempinas auf dem Programm. Das Schaulager schliesslich zeigt eine umfassende Ausstellung des britischen Videokünstlers und Filmemachers Steve McQueen.

Selbst in Schaffhausen hofft man dank der Art Basel auf zusätzliches Kunstpublikum: Die Hallen für neue Kunst, die normalerweise nur am Wochenende geöffnet sind, können nächste Woche auch am Donnerstag und am Freitag besucht werden.

Outdoor-Kunst

In Basel selbst werden Einheimische und Gäste dieser Tage auch fernab der Messehallen auf Schritt und Tritt mit Kunst konfrontiert. Auf dem Schützenmattpark etwa, den Impresario Klaus Littmann in einen Skulpturenpark mit Werken renommierter Künstler verwandelt hat.

Oder entlang dem Kleinbasler Rheinufer von Wettstein- bis Dreirosenbrücke: Dort wurden im Kampf gegen das Littering 20 kommune Abfallkübel künstlerisch aufgepeppt. Die in einem Publikumsvoting ermittelten fünf besten Kübelgestalter können an der Kunstmesse Scope teilnehmen. Immerhin.

Den Kern der Art bildet der Sektor "Galleries". Dort zeigen 238 Galerien neben Malerei und Zeichnungen auch Skulpturen Installationen, Fotografie, Videoarbeiten und Editionen.

Dazu kommen als weitere Sektoren "Feature", "Statements" und "Unlimited" Letzterer - heuer so gross wie noch nie - wartet mit 79 grossformatigen, teils eigens für die Art realisierten Projekten auf, die den Rahmen normaler Messestände sprengen.

Erstmals bespielt die Kunstmesse dieses Jahr auch die eben erst in Betrieb genommene spektakuläre Messehalle der Architekten Herzog & de Meuron.

Ausserhalb der Messehallen tritt die Art Basel auch mit ihrem "Art Parcours" in Erscheinung. In diesem Rahmen präsentieren sich dieses Jahr 17 Künstler im historischen Klingental bei der Kaserne. Diese Schau ist für das Publikum kostenlos.

Geschätzte "Trittbrettfahrer"

Längst buhlen während der "Art" diverse Parallelmessen um die Gunst des Publikums. Einen festen Platz geschaffen hat sich dabei die "Liste", die heuer mit 66 Galerien ihre 18. Auflage erlebt. Wieder dabei sind dieses Jahr etwa auch die Messen "Scope" und "Volta".

Die Art-Verantwortlichen scheinen über diese "Trittbrettfahrer" nicht unglücklich: Die "Liste" beispielsweise biete eine "wunderbare Plattform" für sehr junge Galerien und Künstler, sagte Art-Sprecherin Dorothee Dines zur Nachrichtenagentur sda: "Einige von ihnen schaffen es ein paar Jahre später in unsere 'Statements' oder in den 'Feature'-Sektor".

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