Kunst

Die Art Basel kennt keine Krise: Die Kunstmesse lockte 93'000 Besucher an

Die grösste Kunstmesse der Welt kann auf eine gelungene Ausgabe 2019 zurückblicken. Die renommierte Galerie Hauser & Wirth spricht gar vom erfolgreichsten Jahrgang.

Es sei keine starke Woche gewesen verglichen mit früher, meinte der Taxifahrer in der Nacht auf Sonntag. Nun, vielleicht lags an seiner Konkurrenz (Uber), vielleicht auch daran, dass die Messegäste ihr Geld lieber für Kunst ausgaben. Jedenfalls kann man nicht sagen, dass die Art Basel 2019 weniger internationale Gäste anlockte als in den Vorjahren: Bis zum Messeschluss am Sonntagabend wurden 93'000 Eintritte registriert. Die Liste, im Vergleich, kam auf 20'000 Eintritte, am eintrittsfreien Art Parcours rund um den Münsterplatz nahmen 11'000 Menschen teil.

Die Art-Basel-Besucher reisten aus 80 Ländern an, wie die Messe mitteilt. Nebst privaten Sammlern und Kunstfans wurden Vertreter von 400 Kunstmuseen verzeichnet. «Wir haben noch nie so viele Museumsleute an der Art Basel angetroffen», sagt der Basler Galerist Stefan von Bartha. Für ihn war die Art 2019 eine «fantastische Show». Iwan Wirth, Mitbegründer der Schweizer Weltklasse-Galerie Hauser & Wirth, spricht von «unserer erfolgreichsten Messe aller Zeiten. Bereits am ersten Tag haben wir mehr als 40 Kunstwerke verkauft».

Art Basel – Unlimited 2019

Rundgang durch die Unlimited 2019

Auch wenn viele der 290 Galerien aus Diskretionsgründen keine Verkaufszahlen nennen, so sind doch einige grosse Abschlüsse an der Art Basel bekannt. David Zwirner (New York) verkaufte an seinem Stand Gerhard Richters Bild «Versammlung» (1966) für 20 Millionen Dollar. Und die südkoreanische Galerie Kukje konnte ein Werk des abstrakten Malers Kim Whanki für 10 bis 12 Millionen Dollar veräussern. Das sorgte wohl für Freudentänze.

Solche konnte man in der Nacht auf Sonntag auch im UG des Kunstmuseums erleben, bei Auftritten elektronischer Musiker wie Flying Lotus oder Aïsha Devi (die gesanglich an Ofra Haza erinnnerte). Die Inszenierung war aufregend, die Klangqualität und Atmosphäre anregend.

Man merkte, dass das Museum einen enormen Aufwand betrieben hatte, um den Neubau für eine Nacht konzerttauglich zu gestalten. So wurden Bilder umgehängt, Wände reingezogen, eine Tribüne gebaut – und ein Monster-Screen gehängt, der mit gestochen scharfen, kunstvollen Visuals beeindruckte. Dass ein Teil der Tickets öffentlich erhältlich und die Getränkepreise human waren, trug zur freudigen Stimmung bei. Die Art Party des Kunstmuseums darf sehr gerne zur Tradition werden.

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