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Die Auferstehung des Hundeparks: Ein neuer Auslauf für Basler Hunde

Hoffnung für Hündeler: Stadtgärtnerei plant bei der Kunsteisbahn Margarethen Ort für freien Auslauf. Die Idee der Basler SPlerin Tanja Soland wurde verspottet – wird aber nun von der Stadtgärtnerei neu lanciert.

Als die heutige Regierungsrätin Tanja Soland (SP) in ihrer Rolle als Grossrätin die Idee eines Hundeparks in Basel aufbrachte, war ihr der Hohn gewiss. Ihr Vorstoss blieb 2016 im Parlament chancenlos und sorgte an der Fasnacht für den einen oder anderen Lacher in Form einer Schnitzelbank-Pointe.

Nun könnte Soland späte Genugtuung zuteil werden. Die Stadtgärtnerei plant gemäss Informationen der bz eine Neuauflage des Hundeparks. Dies nicht im Stadtzentrum, wie sie es gefordert hatte, sondern im Gundeli. Genauer: im Margarethenpark oberhalb der Kunsteisbahn. Stephan Schirl, Leiter der Umgestaltung des Margarethenparks, bestätigt, dass ein entsprechendes Projekt am Laufen ist. Er sagt, man reagiere damit auf den breit abgestützten Wunsch der Bevölkerung, Hunden die Möglichkeit eines freien Auslaufs zu geben. Jüngst war eine Petition mit diesem Anliegen bei der Stadtgärtnerei eingereicht worden.

Herrchen halten ihr Tier nicht an der Leine

Der neue Hundepark soll im Zug der Sanierung des Margarethenparks entstehen, dem ein Facelifting bevorsteht. Die Garderoben unter der Kunschti sollen abgerissen werden, ein Pfad zum Tennisplatz führen, der Weg entlang der Gundeldinger Strasse saniert werden und auf dem heutigen Kunschti-Parkplatz ein Basketballfeld entstehen, das im Sommer benutzt werden kann.

Nicht im Ratschlag der Regierung ist der Hundepark erwähnt. Bisher sind erst wenige involviert – etwa die Quartierkoordination Gundeldingen, wo derzeit «oppositi–onslos» über den Hundepark gesprochen werde, wie Geschäftsstellenleiterin Gabriele Frank sagt. Sie spürt das Bedürfnis der Hundehalter nach freien Auslaufflächen für ihre Haustiere. Zeugnis davon sind die Konflikte, die es «im Margarethenpark in jüngster Zeit immer häufiger gibt», wie Frank sagt. Im Park seien vermehrt Leute unterwegs, die sich über die Leinenpflicht hinwegsetzten. «Und wenn man sie darauf hinweist, reagieren sie sehr oft aggressiv», sagt Frank, die selber auch schon Opfer von Anfeindungen wurde. Selbst unter Hundehaltern stosse dieses Verhalten auf Unverständnis.

Soland freut sich über «jeden neuen Hundepark»

Dass ein Hundepark den Konflikt entschärfen könnte, darüber sind sich die Parkbesucher einig. Auch herrscht Konsen darüber, dass es in Basel an Gassi-Möglichkeiten fehlt. In der Stadt gibt es nur einen Hundepark, im Kleinbasel – dies bei rund 4000 Hunden, die täglich an die frische Luft müssen. Noch müssen bei der Umsetzung des Freilauf-Hundeareals einige Fragen geklärt werden. Schirl sagt, im Gelände hinter der Kunschti befänden sich noch Reste der alten Stehplatzrampe, etwa Betonfundamente und Armierungseisen. Herausfordernd wird auch sein, die dichte Vegetation zu lichten. Auch müsse die Gemeinde Binningen informiert und mit einbezogen werden, auf deren Boden sich das Projekt befindet. «Das ist unser nächster Schritt», verspricht Schirl.

Wenn diese Hürden genommen sind, werden sich nicht nur die Hundehalter freuen. Auch die einst verspottete Soland meint auf Anfrage, sie freue sich über «jeden neuen Hundepark» in Basel.

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