Jetzt wird es wieder eng für die Basler Schwimmer: Am 25. August öffnet das einzige Basler Hallenbad Rialto nach der Sommerpause. Das Rialto wird noch eine Weile das Einzige seiner Art bleiben in Basel. Die Idee eines neuen Hallenbades mit 25-Meter-Beckens auf der Erlenmatt ist Geschichte: Der Kanton hat der Stiftung Habitat eine Absage erteilt – obwohl er dem Projekt eine «gute Machbarkeit» attestiert.

«Aufgrund der unsicheren Finanzperspektiven und der hohen anstehenden Gesamtinvestitionen hat der Regierungsrat beschlossen, auf das Projekt Hallenbad Erlenmatt zu verzichten», heisst es im Brief, den die Stiftung am 9. Juli von den Immobilien Basel-Stadt (IBS) erhalten hat und der in Auszügen auf der Homepage zur Projektplanung auf der Erlenmatt Ost publiziert ist. «Man muss das respektieren», sagt Urs Buomberger, Leiter des Projektbüros der Stiftung Habitat. «Wir bedauern die Absage sehr, ein Hallenbad wäre eine tolle Nutzung für die umliegenden Quartiere und die Erlenmatt gewesen.» Die Stiftung treibt jetzt ihre Bauprojekte ohne Hallenbad voran. «Eine Möglichkeit ist, dass wir das geplante Studierendenhaus vergrössern», sagt Buomberger. Die Stiftung müsse nun berücksichtigen, dass ohne das Bad wohl weniger Öffentlichkeit auf dem Areal entstehe.

Auch der Leiter des Basler Sportamtes, Peter Howald, findet es bedauerlich, dass auf der Erlenmatt kein Hallenbad gebaut wird: «Wir waren enthusiastisch und es ist aus meiner Sicht schon ein wenig enttäuschend.» Allerdings stelle sich bei solchen Projekten immer die Frage, wie der Betrieb finanziert werde. Das sei auch der Knackpunkt in der Diskussion um ein 50-Meter-Becken. «Wenn es nach mir ginge, würden wir in Basel sofort ein 50-Meter-Hallenbad aufstellen.» Jedoch könne es wegen der enorm hohen Kosten nicht die Sache der Stadt alleine sein, ein solches Becken zu betreiben. «Das muss grossräumig geplant werden.»

Gefragt wäre ein Plan B

Über das Olympia-Becken wird in der Region Basel seit Jahrzehnten diskutiert. Unzählige Vorstösse sind dazu bereits im Grossen Rat eingereicht und behandelt worden. Der Jüngste stammt aus der Feder von SP-Grossrat Otto Schmid – als Reaktion darauf, dass beide Basel das Projekt für ein 50-Meter-Becken beim Aquabasilea in Pratteln bachab geschickt haben. Auch hier ist die Begründung, der finanzielle Aufwand für den Betrieb wäre zu gross. Schmid will in seiner Interpellation wissen, ob die Regierung das Projekt für ein gedecktes 50-Meter-Becken überhaupt noch verfolgt und er bringt den Standort St. Jakob erneut ins Spiel. «Für mich stellt sich die Frage nach dem Plan B. Ich weiss nicht, ob der Kanton überhaupt eine Hallenbad-Strategie hat», sagt Schmid. Es brauche Hallen, für Wettkämpfe, aber auch für Freizeitschwimmer. Denn: Das Rialto sei im Winter eine Kampfzone.

Beim Erziehungsdepartement gibt es auf Anfrage nur die Antwort, es werde geprüft, wie es mit der Hallenbadplanung weitergehen soll.

Einen Lichtschimmer für Vielschwimmer wird es frühestens ab Winter 2015 geben: Das 50-Meter-Becken im Gartenbad Eglisee soll im Rahmen der Sanierung der Kunsteisbahn mit einer Traglufthalle überdacht werden. Noch hat der Grosse Rat den Baukredit nicht abgesegnet, mit den Vorarbeiten soll aber im September begonnen werden. Die Badesaison im Gartenbad endet dieses Jahr aber wegen des «technischen Umbaus» im Rahmen der anstehenden Gesamtsanierung bereits Ende August, heisst es in einem Newsletter, den das Erziehungsdepartement diese Woche verschickt hat.