Folk-Pop

Die Band, die berühmt ist, obwohl sie keiner kennt

Die Basler Band Serafyn: Das sind eine Gitarristin, zwei Cellisten, ein Bassist und einePerkussionistin, die heute unplugged im Sud in Basel spielen. ZVG

Die Basler Band Serafyn: Das sind eine Gitarristin, zwei Cellisten, ein Bassist und einePerkussionistin, die heute unplugged im Sud in Basel spielen. ZVG

Eine junge Basler Gruppe ist über Nacht zum Internet-Phänomen geworden. Angefangen haben die fünf Musiker von Serafyn als Strassenmusikanten. Der Singer-Songwriter Fink wurde bereits auf sie aufmerksam.

Es gibt Geschichten, die kann nur das Internet schreiben. In einer solchen spielt die junge Basler Band Serafyn die Hauptrolle. Sie wurde in kürzester Zeit zum Netz-Phänomen; ihr einziges Lied auf der Musik-Website «Soundcloud» wurde beinahe 100'000 Mal angehört.

Serafyn sind in Basel kaum bekannt, bekommt aber Post aus Asien. «Wir gingen letzten Sommer auf eine Interrail-Reise», erzählt Cellistin und Sängerin Alexandra Werner. Mit im Gepäck: Instrumente und zwei Songs. Die Gruppe, die vorher erst lose zusammen geprobt hatte, spielte in Prag, Budapest, Hamburg als Strassenmusikanten. Die Tour wurde ein Erfolg, sie wurden zu kleinen Konzerten eingeladen und beschlossen, mit dem Musizieren ernst zu machen.

Eines Tages sassen die drei Mädels – neben Werner noch Anna Erhard und Anja Waldkircher – und die zwei Jungs J. J. und Lucas Löw zusammen. «Es war eine lustige Aktion», schildert Werner den Abend, «wir beschlossen, unseren Helden unseren Song über Facebook zu schicken.»

Bei dem Lied handelte es sich um die erste Single von Serafyn – «Take to the skies» – die heute auf iTunes weltweit veröffentlich wird. Eine eingängige Folk-Ballade mit der Eigenschaft, den Hörer in eine schönere Welt zu entführen. Mit anderen Worten: ein Hit.

(Quelle: youtube.com/alisson ferreira)

Serafyn – Take to the Skies

Weiter der kleinen Bühne treu

Dass jemand zurückschreibt, daran hat die Band nicht wirklich geglaubt. Doch tatsächlich: Fink meldete sich und teilte mit, dass ihm das Lied hervorragend gefalle. Fink ist ein englischer Singer-Songwriter, der weltweit viele Verehrer hat und stilistisch wie Serafyn im Folk-Pop anzusiedeln ist. «Wir haben uns sehr gefreut», sagt Werner, «und dann hatten wir plötzlich 6000 Hits auf Soundcloud.»

Fink hatte «Take to the skies» auf seinem eigenen Profil verlinkt und Serafyn seiner Fanbasis empfohlen. Dort wurde das Lied eifrig weitergeteilt, sodass es nun bei über 98'000 Klicks angekommen ist. «Wir bekommen Mails aus Asien», sagt Werner. Das sei schön und motivierend.

Doch wie geht die Band mit dem Erfolg um? «Wir haben auf der Strasse angefangen und werden auch weiter der kleinen Bühne treu bleiben», meint Werner. «Aber wenn sich durch das Internet Türen öffnen, sagen wir sicher nicht Nein.»

Der Ehrgeiz ist bei den fünf Anfang-Zwanzigern geweckt. Bald solls ins Studio gehen. Unter Vertrag ist die Band beim Basler Independent-Label Czar of Crickets. «Wir hoffen, im Herbst oder Winter ein Album herauszubringen», sagt Werner. Schnell fügt sie an: «Wir haben noch wenig Erfahrung mit all dem. Ob es wirklich klappt, wissen wir nicht.» Vorerst stehen Auftritte an. Eine Tour mit Bus wäre schön. Aber auch auf der Strasse spielen wollen Serafyn weiterhin. In Basel spielen sie wieder im August.

Am Fink Open Air

Wie die Geschichte weiter geht, ist noch unklar. Sie kann alle Wendungen nehmen. Viele Künstler, die durchs Internet bekannt wurden, sind nach einem kurzen Hype wieder in der Versenkung verschwunden. Andere wiederum, wie etwa die britischen Arctic Monkeys, haben sich zu erfolgreichen Musikern entwickelt.

Am 15. August spielt Fink am Open Air Basel auf dem Kasernenareal – die Gelegenheit für die Serafyn-Mitglieder, einen ihrer Helden zu treffen. «Wir werden sicher hingehen und versuchen Hände zu schütteln», lacht Alexandra Wagner, «mal schauen was passiert.»

(Quelle: youtube.com/SERAFYN)

Serafyn – The Kids We Were

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