Atomkatastrophe in Japan, Kriege in Afrika und im Nahen Osten, Wirtschaftskrise in europäischen Staaten – die negativen Schlagzeilen der letzten Wochen beeinträchtigten die Weltmesse für Uhren und Schmuck in Basel überhaupt nicht. Die Organisatoren bezeichnen die diesjährige Baselworld gar als «Glanzlicht» in der Geschichte der Veranstaltung. Messeleiterin Sylvie Ritter hielt in einer Medienmitteilung fest, dass die diesjährige Ausgabe der Baselworld «eine der Besten aller Zeiten war».

2,5 Prozent mehr Besucher

Rund 103200 Besucher aus über 100 Nationen kamen in die Messehallen, was gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um 2,5 Prozent bedeutet. Es ist die zweithöchste Besucherzahl in der Geschichte der Baselworld. Eine Besucherregistrierung gibt es allerdings nicht. Deshalb können die Organisatoren auch keine Aussagen darüber machen, ob aus den unruhigen, aber reichen arabischen Staaten mehr oder weniger Besucher angereist sind oder nicht.

Die Aussteller berichten von hervorragenden Umsätzen. Vor allem in Russland und China boome das Geschäft mit Uhren und Schmuck, sagte Kommunikationsdirektor Bernard Keller gestern auf Anfrage. Einbrüche wegen Wirtschaftskrisen in europäischen Staaten wögen dies bei weitem auf. Auch die Einkäufer aus dem Mittleren Osten hätten gute Geschäfte abgewickelt. Für die Aussteller hätten sich die hohen Erwartungen erfüllt. Einzig beim Verkauf von Schmuck nach Japan sei ein Einbruch zu verzeichnen; Keller führt ihn darauf zurück, dass weniger Fachverkäufer nach Basel reisten.

Die Schmuckverkäufer lobten die Geschäftsabschlüsse in den höchsten Tönen. Die Messe hätten 90 Prozent der Kunden besucht, hielt etwa Christoph Wellendorff von der gleichnamigen Firma fest. Den Geschäftsgang umschrieb er mit «sehr erfolgreich».

Erst auf Nachfragen sagte Keller, dass einige Aussteller auf organisatorische Probleme aufmerksam gemacht hätten. Die Organisatoren wollten diese im nächsten Jahr verbessern. Einen Rekord verzeichnete die Messe auch bei den angereisten Journalisten. 3055 Medienleute reisten nach Basel, was einem Zuwachs von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die weltweite Berichterstattung über die Baselworld in den Tagesmedien, der Wirtschaftspresse und den elektronischen Medien nehme weiter zu, hielten die Messeveranstalter fest. Die Berichterstattung über funkelnde Edelsteine und prächtige Uhren scheint eine willkommene Abwechslung zu den Schreckensmeldungen aus den Kriegs- und Katastrophengebieten zu sein.

Keine «Panikattacken» mehr

Daniel Egloff von Basel Tourismus stellte fest, dass die Messebesucher bedeutend besser informiert nach Basel reisen als in früheren Jahren. «Die Besucher sind besser organisiert», sagte er. Das Internet sei sehr hilfreich. Hinzu komme, dass das Welcome-Zelt am Bahnhof SBB, das Call-Center und andere Informationseinrichtungen sehr gut genutzt würden.

«Panikattacken» bei anreisenden Besuchern, weil es keine Hotelzimmer gebe, seien jedenfalls nicht mehr vorgekommen, sagte Egloff weiter. Kritisiert werde zwar weiterhin der Mangel an Hotelzimmern der gehobenen Preisklasse, aber die neu gebauten und renovierten Hotels hätten eine deutliche Entspannung gebracht. Zum Erfolg beigetragen habe auch das schöne Wetter.