Champions League

Die Basler Behörden sind bereit für den Ansturm der ManU-Fans

Laut aber friedlich – englische Fans vor dem Länderspiel Schweiz gegen England am 7.9.2010 in der Steinenvorstadt.

Laut aber friedlich – englische Fans vor dem Länderspiel Schweiz gegen England am 7.9.2010 in der Steinenvorstadt.

Zum grossen Fussball-Knüller werden morgen in Basel gegen 2000 Manchester-Anhänger erwartet. Bereits heute dürften die ersten 300 Fans in Basel eintreffen. Die Polizei ist für den Ansturm gerüstet.

Die Zeiten sind vorbei, als man sich in ganz Europa vor den englischen Fussballfans fürchtete. Wenn morgen der FC Basel gegen Manchester United spielt, werden gegen 2000 Schlachtenbummler von der Insel erwartet. Laut Polizeisprecher Klaus Mannhart ist der 1700 Plätze fassende Gästesektor restlos ausverkauft. Hinzu werden ein paar wenige Hundert Engländer kommen, die kein Billett haben oder noch versuchen werden, sich eins zu ergattern. Sorgen machen ihm die Briten aber nicht: «Wir sind gut vorbereitet. Und die Hardcore-Fans kriegen sowieso eine Ausreisesperre.» Laut Mannhart mussten rund 100 einschlägig bekannte Manchester-Fans ihre Reisepässe vorübergehend abgeben – ein übliches Vorgehen auf der Insel

«Das Publikum hat sich verändert»

«Meine englischen Kollegen sind erstaunt, dass man bei uns Hooliganismus-Fälle überhaupt noch wissenschaftlich erfassen muss», antwortet Hooligan-Experte Thomas Busset. Der Historiker hat im Rahmen eines Nationalfondprojekts zu gewaltbereiten Fussballfans geforscht. In den obersten Ligen Englands habe die Gewalt in den vergangenen Jahren stark abgenommen, sagt Busset. Dafür gebe es zwei Gründe: Erstens seien die Eintrittspreise so hoch, dass sich nur noch Gutverdiener die Spiele leisten könnten. «Das Publikum in den Stadien hat sich völlig verändert», stellt der Romand fest. Zweitens seien die Kontrollen in England viel rigoroser als in der Schweiz.

Behörden sind bereit

Dass man sich morgen also eher wegen der FCB-Fans als wegen des Manchester-Anhangs Sorgen machen muss, glaubt Busset aber auch nicht: «Der Stellenwert der Champions League ist so gross, dass morgen das Sportliche im Vordergrund stehen wird.» Die Gewalt im Schweizer Fussball habe ihren Ursprung in lokalen Rivalitäten: «Es ist bekannt, dass sich Basler und Zürcher Fans nicht mögen. Aber zwischen Basel und Manchester gibt es keine Feindschaft.» Gefahr ergebe sich meistens, wenn es bei früheren Partien schon zu Gewalt gekommen ist. Aber: «Basel hat ja auch schon gegen Manchester gespielt und es blieb friedlich.»

Man kann also davon ausgehen, dass es in den Basler Strassen zwar laut aber durchaus friedlich zu und her gehen wird. Bei den Behörden ist man jedenfalls vorbereitet. Morgen Vormittag etwa werden auf dem Euro-Airport zwei Chartermaschinen aus Manchester erwartet. Weil England im Gegensatz zur Schweiz nicht Teil des Schengen-Abkommens ist, sind Zollkontrollen nötig. «Wir werden zusammen mit der französischen Grenzwache systematische Passkontrollen durchführen», erklärt Patrick Gantenbein von der Basler Grenzwache. Das bedeutet, dass alle Fans überprüft werden. Insgesamt stehen laut Gantenbein mehrere Dutzend Leute im Einsatz. Und auch beim Unispital hat man das Spiel von morgen im Griff. «Wir wollen die Notfallstation mit einem Arzt und ein bis zwei Pflegenden verstärken», so Spital-Sprecher Andreas Bitterlin. Einem grossen Fussballspektakel dürfte morgen somit nichts mehr im Wege stehen.

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