Skurril
Die Basler Chauffeure der Routiers Suisses befinden sich auf Irrfahrt

Zwei verschiedene Gremien streiten um die Vorherrschaft bei der Routiers Suisses Beider Basel, dem Berufsverband der Chauffeure. Zum einen Josua Studer, letzter Vertreter des einstigen Vorstandes. Auf der anderen Seite ein komplett neuer Vorstand.

Lucas Huber
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Zwei verschiedene Gremien streiten um die Vorherrschaft bei der Routiers Suisses Beider Basel, dem Berufsverband der Chauffeure.

Zwei verschiedene Gremien streiten um die Vorherrschaft bei der Routiers Suisses Beider Basel, dem Berufsverband der Chauffeure.

www.routiers.ch

«Ich bleibe dabei: Die GV war nicht rechtens. Wir wurden sabotiert.» Vereinspräsident Josua Studer bestätigt: Skurriles spielt sich ab bei der Basler Sektion der Routiers Suisses, dem Berufsverband der Chauffeure. Da gibt es nämlich ihn, Studer, als letzten Vertreter des einstigen Vorstandes. Und da gibt es einen komplett neuen Vorstand, der erst Ende Juni gewählt wurde. Beide beanspruchen sie, rechtmässig gewählte Organe zu sein.

Zur Vorgeschichte: Da waren ein Präsident und ein Kassier, beide relativ frisch im Amt, die sich über die Spesenbezüge ihrer Vorstandskollegen ärgerten. Da waren jene Vorstandskollegen, die sich über das Ärgern ärgerten und demissionierten. Und schliesslich war da diese ausserordentliche Generalversammlung am 28. Juni, an der die zwei verbliebenen Vorstandsmitglieder, der Präsident und der Kassier, von einem siebenköpfigen Vorstand ersetzt wurden.

Bisherige traten gar nicht zurück

Die Wahl nämlich, die verlief wohl nicht rechtens, denn weder liegt eine Abwahl der Bisherigen vor (das sehen die Statuten gar nicht erst vor), noch haben diese ihren Rücktritt erklärt. Hinzu kommt, dass die Neuwahlen nicht traktandiert oder ordentlich beantragt waren. Präsident Studer sagt: «Hätte ich die Wahl nicht zugelassen, hätte die Sache in einem Tumult geendet.»

Im Gegensatz zum Kassier, der seine Geschäfte niederlegt und aus dem Verein austritt, beharrt Studer auf seinem Posten. Nicht aus Machthunger, wie er beteuert, sondern aus Pflichtgefühl gegenüber den fast 400 Mitgliedern. Und um das Ansehen des Vereins zu wahren: «Was gibt das für ein Bild: Ein Verein wird von einem Vorstand geführt, der von einer Handvoll Gefolgsleuten gewählt wurde», veranschaulicht Studer.

Mitglieder sollen entscheiden

Studer will die Geschäfte darum bis im Januar unter seinen Fittichen halten. Dann müsste eigentlich die ordentliche Generalversammlung stattfinden; allerdings hat der neue Vorstand für den Februar einen eigenen Termin für die GV angesetzt. «Dann können und müssen die Mitglieder entscheiden, wen sie wollen.»

Ausserdem habe sich bei ihm niemand aus dem neuen Vorstand betreffend Übernahme von Postfach, Vereinskonto oder Materiallager gemeldet, betont Josua Studer. Darauf angesprochen verweigert der neue Präsident Urs Stebler die Aussage und betont, dass das die Öffentlichkeit nichts angehe. Eine neue Homepage übrigens, die hat sich der neue Vorstand geschustert. So hat der Verein nun je zwei GV-Termine, Vorstände und Webseiten.

Und auf die neue Webseite wird verlinkt, wer von der Homepage des Zentralverbands der Routiers Suisses auf die Basler Sektion klickt. Oder kurz: Der Zentralvorstand, der Studer gemäss dessen eigener Aussage mit rechtlichen Schritten droht, anerkennt den neu gewählten Vorstand also. Pikant: Generalsekretär David Piras war an jener GV anwesend und müsste über die Verfehlungen im Bilde sein. Er war für eine Auskunft nicht zu sprechen – sein versprochener Rückruf blieb ebenfalls aus.

Piras und der Dachverband sind es nun, die zwischen den Streithähnen vermitteln. Einen ersten Teilerfolg haben sie offenbar schon errungen: Für den 3. August ist ein runder Tisch angesetzt.

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