Sogenannte «Pro-Ana-Foren» sind der Basler CVP-Grossrätin Andrea Knellwolf ein Dorn im Auge. Es handelt sich um Internetseiten, auf denen Magersucht glorifiziert werde. Mit wenigen Klicks lande man bei «gefährlichen Gesundheitstipps». Coaches würden ihre Hilfe zur Gewichtsabnahme anbieten. Das ist aber längst nicht alles. Knellwolf verweist auf eine verdeckte Vice-Journalistin, die sich 2016 als junge Magersüchtige ausgegeben habe. Die erwachsenen Männer hätten auf den Foren sogar Nacktbilder gefordert.

Angeregt durch einen Artikel der Newsplattform «Prime News» möchte die CVP den Jugendmedienschutz stärken lassen. In einer eben eingerechten Interpellation will Knellwolf von Gesundheitsdirektor und Parteikollege Lukas Engelberger wissen, wie Basel-Stadt Jugendliche vor «solchen lebensbedrohlichen Online-Inhalten» schützt und ob eine Sperrung denkbar wäre.

In der Schweiz nicht verboten

Europaweit habe Frankreich 2015 als erstes Land die Anstiftung zur Magersucht verboten. In der Schweiz dagegen werden solche Internetseiten bislang nicht gesperrt. Knellwolf verweist dabei auch auf eine Antwort des Bundesrats auf einen CVP-Vorstoss im Nationalrat, in welchem dieser ausführt, dass «die Filterung von Internetinhalten einen Eingriff in die Grundrechte wie die Meinungs- und Informationsfreiheit darstellt und rechtlich nur dann unbedenklich ist, wenn es sich um strafrechtlich verbotene Inhalte handelt».

Ausserdem sei der Jugendschutz ohnehin Sache der Kantone. So biete Basel-Stadt beispielsweise Workshops wie «Bodytalk PEP» an. Das Programm von Gesundheitsförderung Schweiz leiste damit einen Beitrag zur Prävention von Essstörungen. CVP-Grossrätin Knellwolf reicht das aber nicht. Es brauche daneben offensive Massnahmen, «um unsere Jugend von lebensbedrohlichen Inhalten im Internet zu schützen». (bz)