Schliessungen, Neueröffnungen und Umzüge. Die Basler Innenstadt hat sich in diesem Jahr stark verändert. Seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses kämpft Basel mit dem Einkaufstourismus ins nahe Ausland.

Mit dem Motto der Basler Fasnacht 2016 «Mer mache dicht» möchte nun der Plakettenkünstler das Thema Ladensterben aufgreifen. «Mängge Laade isch nimm z redde. Bildlig zaigt is daas d Blaggedde» heisst es im traditionellen Plakettenvers.

Gestaltet wurde die Plakette vom Basler Grafiker und Illustrator Guido Happle. Als Künstler ist er schon seit längerer Zeit präsent. Auch als Fasnächtler: «Ich bin schon 25 Jahre mit dabei», antwortet Happle.

Seit 1998 malt er die Laternen eines Grossbasler Stammvereins, bei dem er auch trommelt. Für Print- und Onlinemedien realisiert er Illustrationen und Cartoons. Anders als seine Vorgänger verewigt sich Guido Happle auf den Plaketten mit seinem Künstlernamen «GiZ»

Politische Aussage

Erzählt wird die Geschichte in drei Akten. «Das Ganze kommt in Form eines Daumenkinos daher», erklärt Happle. Bei der Kupferplakette ist der Laden noch geöffnet. Der Waggis macht sich aber daran die Kurbel zu betätigen.

Bereits hier ist die Handlung selbsterklärend. Bei der Silbernen ist der Laden bereits bis zur Hälfte geschlossen, die Richtung ist vorgegeben. Im noch offenen Schaufenster sind Taschen, Schuhe und ein Wecker zu sehen, auf dem die Uhrzeit fünf vor zwölf zu erkennen ist. «Es ist der erste Wecker, bei dem die Zeiger nicht auf vier Uhr stehen», erklärt Plaketten-Verantwortlicher Adrian Kunz an der Vernissage.

Bei der goldenen Plakette ist der Laden ganz unten, es gibt nichts mehr zu kaufen. «De Lade isch dicht», wie Kunz beifügte. Ein trauriges Bild, wenn es so weit kommt. Als verspieltes Element sticht die Figur der alten Tante beim Bijou hervor, die keck zum Waggis schaut.

Die grafische Umsetzung erinnert an frühere Plaketten aus den 1950er-Jahren. Guido Happle hat sie bewusst reduziert gestaltet. «Ich finde, die ganze Thematik kommt so besser zur Geltung.» Der Bogen des Baslerstabs über der Plakette ist nur angedeutet und lässt Raum für eigene Interpretationen.

Für Guido Happle ist es wichtig, dass eine Plakette zu Diskussionen anregt. «Sie ist immer auch ein Zeitdokument», sagte Kunz. «In bewegten Zeiten finden auch kuriose oder umstrittene Themen auf die Plakette.»

Happle selbst wies auf die Mehrdeutigkeit seines Werkes hin: «Man kann die Handlung auch auf eine positive Art betrachten.» Der Waggis macht am Montagmittag seinen Laden für die nächsten drei Tage dicht und geht an die Fasnacht.

So stehen wieder die «drey scheenschte Dääg» im Vordergrund. «Aber grundsätzlich möchte ich schon auf das Ladensterben in der Stadt aufmerksam machen.»

Kalkulierte Produktion

Ausgewählt worden war die Plakette bereits im Sommer in einem anonymen Wettbewerb aus 61 Einsendungen. Diese stammten von zehn Künstlerinnen und 36 Künstlern. «Happle hat den Wettbewerb zum ersten Mal gewonnen», sagt Kunz.

Erhältlich ist die Plakette ab dem 2. Jänner. Die Preise sind unverändert: 8 Franken für die kupfrige, 16 Franken für die silberne, 45 Franken für die goldene und 100 Franken für das kleine Bijou.

Um im nächsten Jahr Restbestände zu vermeiden, wird die Produktion angepasst. So werden die Bestellungen von Goldplakette und Bijou, deren Herstellung länger dauert, knapper kalkuliert als in früheren Jahren. «Je nach Nachfrage kann es sein, dass diese zwei vor oder während der Fasnacht nicht mehr zu kriegen sind», sagt Kunz.

Die Basler Fasnacht 2016 beginnt am Montag, 15. Februar und startet traditionsgemäss frühmorgens um 4 Uhr mit dem Morgestraich. Ab dann gilt für die nächsten 72 Stunden: «Me drait e Blaggedde!»