35 Quadratmeter pro Person, keine privaten Autostellplätze, ökologische Bauweise, eine vielfältige Eigentümerstruktur mit den Anteilen 60 Prozent für Wohnen, 30 Prozent für Arbeiten und 10 Prozent öffentliche Nutzung – so könnte es einst laut Meinung der Basler Grünen auf dem frei werdenden Hafenareal im Klybeckquartier aussehen.

Das waren aber so ziemlich die einzigen konkreten Aussagen, die die Partei gestern auf einer Pressekonferenz über die Hafenentwicklung präsentierte. Der langjährige Präsident Jürg Stöcklin erklärte das so: «Wir stellen nicht eine Vision, sondern die Partizipation in den Mittelpunkt. Statt eines Masterplans wollen wir eine rollende Planung.»

Erfolgen soll diese im Rahmen einer zu schaffenden Entwicklungsgenossenschaft, in der alle wichtigen Player Einsitz nehmen sollen. «Das Areal soll schrittweise entwickelt werden. Der Bestand ist in die Planung mit einzubeziehen. Auch gilt es, das Bild der Insel zu hinterfragen», fuhr Stöcklin fort.

Bei der Testplanung im Rahmen der 3Land-Studie war eine Computervisualisierung, die die Klybeckinsel als Hochhauslandschaft darstellte, auf massive Kritik bis zum Aufruf «Rheinhattan versenken» gestossen. «Die sehr kontroverse Diskussion hat zu einer Blockade geführt. Das macht uns enorm Sorgen», betonte der grüne Grossrat Thomas Grossenbacher. Jürg Stöcklin bezeichnete die Entwicklung im Hafenareal als eine «riesige Chance für die Stadt Basel, eine Chance, die aber auch vertan verwerden kann.»

Zwischennutzungen lassen

Damit dies nicht geschieht, haben die Grünen bei «Denkstatt», Basel, eine Konzeptstudie in Auftrag gegeben, die diese mit «Die Zusammenarbeiter» aus Berlin erstellte. Die Baslerin Barbara Buser betonte, wie wichtig bei der Entwicklung des neuen Quartiers der Prozess sei, also die Arbeit ohne vorgegebenes Ergebnis. Die Studie setzt sich dafür ein, Zwischennutzungen weiter laufen zu lassen. «Es gibt nichts Schlimmeres, als ein Quartier aus dem Boden zu stampfen», sagte Buser.

Thomas Grossenbacher und Grossrätin Mirjam Ballmer reichen im September drei Anzüge zur Hafenentwicklung ein. Neben der Einsetzung einer Entwicklungsgenossenschaft fordern diese, die Baufelder an qualifizierte Akteure wie Genossenschaften, Stiftungen, Baugruppen, Institutionelle, Fonds und Private zu vergeben. Und zwar nicht an den höchstbietenden Investor, «sondern an diejenigen, welche neben architektonischen Zielsetzungen auch die besten inhaltlichen Konzepte und Zielsetzungen eingeben.»