BKB
Die Basler Kantonalbank steigert ihren Bruttogewinn auf 376 Millionen

Die Basler Kantonalbank (BKB) hat 2012 ihren Konzern-Bruttogewinn um 28 Prozent auf 376 Mio. Franken gesteigert. Im Stammhaus stieg der Bruttogewinn um 15,2 Prozent auf 256,5 Mio. Franken, der Jahresgewinn wegen Rückstellungen nur um 1,3 Prozent auf 80,7 Mio. Franken.

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Die BKB hat ihren Bruttogewinn im 2012 um 28 % auf 376 Mio. Franken gesteigert.

Die BKB hat ihren Bruttogewinn im 2012 um 28 % auf 376 Mio. Franken gesteigert.

Kenneth Nars

Im BKB-Konzern ist die Bank Coop mit konsolidiert, die ihre Zahlen schon selber publiziert hatte. Wie an der BKB-Bilanzmedienkonferenz am Donnerstag zu erfahren war, profitierte der Konzern von gutem Handelserfolg, mehr Effizienz sowie Verkäufen von Beteiligungen und Liegenschaften.

Der Konzerngewinn stieg um 23,6 Prozent auf 255,7 Mio. Franken. Die Bilanzsumme stieg um ein Prozent auf 39,1 Mrd. Franken; dieses moderate Wachstum wurde mit vorsichtiger Kreditvergabe erklärt.

Einträglicher Handel

Das Handelsgeschäft verzeichnete konzernweit einen Erfolg von 124 Mio. Franken (+58,7 Mio. Fr.), die Kommissionseinnahmen summierten sich auf 182,7 Mio. (-0,6 Mio. Fr.) und der Zinserfolg auf 369,1 Mio. (-3 Mio. Franken). Der Geschäftsaufwand sank gleichzeitig, unter anderem dank administrativen Synergien von Stammhaus und Bank Coop.

Das BKB-Stammhaus holte mit dem Handel 46 Mio. Franken mehr herein als im Vorjahr, während Kommissionen und Zinsen leicht sanken. Die Bilanzsumme betrug 25 Mrd. Fr. (-1,6 Prozent), Kundenausleihungen 13 Mrd. Franken (+0,1 Prozent), davon Hypothekarforderungen 9,7 Mrd. Franken (+2 Prozent), und Kundenvermögen 29,1 Mrd. Franken (-3,3 Prozent).

Dass der Jahresgewinn des Stammhauses weniger stieg als der Bruttogewinn, lag vor allem an umfangreichen Rückstellungen, aber auch an Bewertungskorrekturen der eigenen Partizipationsscheine (PS) um 42 Mio. Franken.

Teurer Vertrauensverlust

Die BKB-PS hatten per Jahresende einen Viertel ihres Werts eingebüsst, was der am Mittwoch gewählte BKB-Direktionspräsident Guy Lachappelle neben dem schwierigen Marktumfeld auf einen Vertrauensverlust der Kundschaft zurückführte. Gründe seien der ASE-Anlagebetrugsskandal und der hängige US-Steuerstreit.

Weil die Bank immer noch nicht wisse, wie dieser Steuerstreit ausgeht, hat sie weiter keine Rückstellungen dafür in den Büchern. Das Ziel, sich von allen einst 1000 US-Kunden bis Ende 2012 zu trennen, wurde nicht ganz erreicht: Noch seien US-Vermögen teils weil sie nachrichtenlos seien oder wegen Erbstreitigkeiten offen - es gehe um fünf Kunden, hiess es.

Die Verhandlungen mit ASE-Opfern verlaufen laut Bankratspräsident Andreas Albrecht konstruktiv. Die BKB hat dafür 50 Mio. Franken zurückgestellt; Eingungen seien noch nicht unterzeichnet. Diese Rückstellung wird den allgemeinen Bankrisikoreserven zulasten des Konzerns entnommen, so schlägt sie beim Stammhaus-Jahresgewinn nicht zu Buche.

Retrozessionen

Zurückgestellt wurden auch 12,5 Mio. Franken für die Rückzahlung von Retrozessionen nach dem Bundesgerichtsurteil vom Oktober. Die Summe basiert laut Lachappelle auf ersten Schätzungen. Die BKB wolle Betroffene aktiv informieren und unaufgefordert zurückzahlen.

Für Lachappelle sind das Vertrauen der Kundschaft und die Reputation der Bank "zentral"; Reorganisationen und Strategieanpassungen seien darauf ausgerichtet. An die kurze Leine genommen wurde die Zürcher BKB-Filiale, die für die Probleme mit der ASE - die Lachappelles Vorgänger Hans Rudolf Matter zurücktreten liessen - hauptverantwortlich ist.

Die BKB zog wegen dem ASE-Fall bei externen Vermögensverwaltern die Schraube an: 120 solche "eVV" sind noch übrig, nachdem 40 Prozent gekappt wurden, weil sie neue BKB-Auflagen nicht einhalten wollten. Unter dem Strich sind dabei nicht strategiekonforme Kundenvermögen von etwa 500 Mio. Franken abgeflossen.

Angesichts der weiter heiklen Marktlage und des regulatorischen Umfeldes rechnet der Bankchef 2013 mit eher weniger verwalteten Vermögen, sinkenden Margen und Erträgen und höheren Kosten. Weil die Bank ihre Hausaufgaben - auch für strengere Bundesvorschriften - schon gemacht habe, schaue er "verhalten positiv" vorwärts.