Maske. Ja genau, Maske, nicht Larve, nicht Goschdyym. Heute wird ja schier gelyncht, wer nicht Baseldytsch gemäss den hiesigen Orthographie-Päpsten Carl Miville und Ruedi Suter schreibt – oder gar spricht. Früher sah man das alles noch ein bisschen entspannter. Da durfte man auch noch Fastnacht schreiben, wie ein Plakat beweist.

Angefertigt hat es nicht irgendwer, sondern die Basler Mittwochsgesellschaft (BMG), eine der ältesten Fasnachtscliquen der Stadt. 1921 war das. Eine Eintrittskarte von jenem Event, den damals wohl noch niemand so nannte, inspirierte die Cliquen-Nachkommen zu einer Neuauflage: «Wir entschlossen uns, eine Neuauflage zu wagen», sagt Präsident Alain Grimm.

Maskenbälle sind aus der Stadt schon lange verschwunden, während sie sich auf dem Land grosser Beliebtheit erfreuen. Meist sind es Guggen, die diese Anlässe organisieren. Früher gab es Maskenbälle auch in Basel. Das Wurzengraber-Kämmerli etwa veranstaltete einen solche zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Stark zusammenfassend: Daraus entstand später das Fasnachtscomité. Wobei, so genau dokumentiert ist das alle nicht. Grimm sagt: «Die Maskenbälle fanden entgegen der vielleicht heute weit verbreiteten Meinung vor der Fasnacht statt.»

Dirnen und Künstler

In der permanenten Fasnachtsausstellung des Museums der Kulturen wird der «Masggi» thematisiert. «Der Maskenball war tatsächlich lange ein wichtiger Bestandteil der Basler Fasnacht», schreibt Kuratorin Tabea Buri auf Anfrage. «Rauschende Bälle gab es insbesondere im Stadt-Casino (eröffnet 1826) und im Stadttheater (eröffnet 1834)», steht in der Ausstellung.

Das brachte zuweilen auch Probleme mit sich: Dokumentiert ist etwa auch, dass «schon 1853 zahlreiche Damen zweifelhaften Rufes mit dem Zug von Mülhausen an die Basler Fasnachtsbälle reisten». Zum letzten Mal blühten die Feste in den 20er-Jahren auf. Zu jener Zeit also, in der auch die besagte Eintrittskarte der BMG entstanden ist. «Einen grossen Stellenwert erhielten ab 1927 die Muba-Maskenbälle mit bis zu 2000 Eintritten pro Abend.

Ein stetig sinkendes Interesse ab den frühen 1960er Jahren führten zur Einstellung nach dem Kehraus 1971», steht in der Ausstellung. Einen besonderen Anlass bildete zudem das «Zschdygsfescht» der 33-er Künstlergruppe, der bekannte Künstler wie Paul Camenisch, Walter Bodmer oder Meret Oppenheim angehörten. «In der Ausstellung zeigen wir ein interessantes Bild des Basler Künstlers Heiri Strub, das einen solchen Ball der 33er Gruppe zeigt. Dazu sind auch Entwürfe für Ballkleider und –masken ausgestellt», sagt Buri.

Die BMG nutzt den diesjährigen Maskenball, um die Zeit bis zum Morgestraich zu verkürzen: Der Maskenball findet am Samstag, 17. Februar statt. «Die meisten Personen kennen den Kehrausball, in etwa so, darf man sich mal die Rahmenbedingungen vorstellen», sagt Grimm. «Wir legen aber grossen Wert darauf, dass alle Teilnehmer kostümiert UND maskiert sind.» Diese erscheinen ab 19 Uhr zu einem Eintritt von 20 Franken. Inbegriffen: ein Getränk, etwas zu Knabbern und einen Mitternachtsimbiss. Musik solls geben, und Tanz, dazu «fasnächtliche Leckerbissen» – also etwa einen prä-morgestraichligen Schnitzelbangg. Auch die Clique selbst wird einen Auftritt haben. Um 22 Uhr dann fallen die Masken und das schönste Kostüm wird prämiert. Auch dies ist gemäss Grimm historisch passend: «Als Anreiz für einen lebhaften Maskenbetrieb sorgten vielerorts reich dotierte Prämierungen.» «Und es darf natürlich intrigiert werden!», fügt Grimm an.

Noch läuft der Vorverkauf etwas harzig. Rund ein Drittel der Tickets sind verkauft. 150 Personen, mehr fasst der Löwenzorn nicht. Schon vor zwei Jahren hat die BMG einen ähnlichen Versuch gewagt. «Dieses Jahr läuft es aber besser.»

Der Maskenball findet am 17. Februar ab 19 Uhr im Saal des Restaurant Löwenzorn statt. Der Eintritt kostet 20 Franken. Weitere Informationen: www.bmg.bs

Die Fasnachtsausstellung ist eine Dauerausstellung des Museums der Kulturen. Weitere Informationen: www.mkb.ch