Für die Basler Regierung gibt es keinen Grund, am bestehenden Französischunterricht zu rütteln. Sie beantragt dem Parlament, einen Anzug von Stephan Mumenthaler zur Überarbeitung des Unterrichts abzuschreiben.

Der FDP-Grossrat hat insbesondere die umstrittenen Lehrmittel «Mille feuilles» und «Clin d’oeil» ins Auge gefasst. Lehrpersonen klagten, dass die Lehrmittel kaum eine angemessene Überprüfung des Lernfortschritts bei Schülern ermöglichten. Mumenthaler verweist zudem auf den Kanton Bern, wo Regierung und Parlament daran seien, die Lehrmittel anzupassen.

Ganz anders die Basler Regierung: Es gebe keinerlei Hinweis, dass das Lehrmittel «Mille feuilles», der Französischunterricht oder die Beurteilung im Fach Französisch in Bezug auf den Übertritt von der Primarschule in die Sekundarschule überarbeitet werden müssten.

Landrat gegen «Mille feuilles» und Clin d’oeil»

Weder die Rückmeldungen aus der Praxis noch die Vorgaben der Schullaufbahnverordnung oder die Leistungen der Schülerinnen und Schüler im Fach Französisch würden darauf hinweisen. «Die Lehrmittel werden aber selbstverständlich wie bisher kontinuierlich an die Bedürfnisse der Praxis angepasst und verbessert», versichert die Regierung in ihrer gestern veröffentlichten Antwort.

Deutlich umstrittener sind die Lehrmittel im Baselbiet. Im Februar hatte der Landrat einer unformulierten Initiative zugestimmt, die eine Rückkehr zum früheren Fremdsprachenunterricht an den Volksschulen fordert und gleichzeitig die Lehrmittel «Mille feuilles» und Clin d’oeil» verbieten will.

Mit ein Grund: Bei Leistungs-Checks der Uni Zürich von Sechstklässlern in der Nordwestschweiz schnitten die Primarschüler im Französisch besonders schlecht ab.

Ende 2019 soll ein Umsetzungsvorschlag da sein

Der Baselbieter Bildungsrat seinerseits ist gegen ein Verbot bestimmter Lehrmittel, wie er kürzlich mitteilte. Vielmehr solle künftig jede Lehrperson aus einer kantonalen Lehrmittelliste wählen können, mit welchen Lehrmitteln sie die Bildungsziele erreichen will.

Derzeit arbeitet die Baselbieter Bildungsdirektion eine Landratsvorlage zur Initiative aus. Ziel sei es, bis Ende 2019 dem Parlament einen Umsetzungsvorschlag vorzulegen. Das Volksbegehren war 2016 vom Komitee «Starke Schule beider Basel» eingereicht worden. Die Regierung hatte sich dagegen ausgesprochen.