Zwar hat der Aasgestank der Titanwurz im Botanischen Garten der Universität Basel diesmal nicht so viele Leute angelockt wie im letzten Jahr. Der Erfolg ist dennoch beachtlich: 4000 Leute haben sie vor der Blütephase besichtigt, 8000 während der 24-stündigen Blütezeit und den anschliessenden rund zwei Tagen, als sich die grösste Blüte der Welt langsam wieder geschlossen hat. Die Webcam wurde über zwei Millionen mal abgerufen. In der Nacht auf Freitag ist der Kolben kollabiert. Bis heute Sonntag um 17 Uhr ist die Titanwurz noch unentgeltlich zu besichtigen. Während der Blüte kosteten die wenigen Minuten, in denen man einen Blick auf das stinkende Wunder werfen konnte, zehn Franken.

100 000 Franken Umsatz

Mit dem Ticketverkauf und den Merchandising-Produkten wie künstlichem Aasgestank hat die Titanwurz dem Botanischen Garten einen Umsatz von rund 100 000 Franken generiert. Diese Schätzung macht Leiter Heinz Schneider gegenüber dem «Sonntag». Er rechnet mit einem Gewinn von über 10 000 Franken, was derzeit aber sehr schwierig abzuschätzen sei.

Um die Besucherströme zu kanalisieren, hat er 60 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. «Uns ist klar: Zehn Franken sind auf den ersten Blick hoch», sagt Schneider. Der Aufwand für den Aufbau der Infrastruktur sei jedoch enorm gewesen. Und nicht vergessen dürfe man zudem, dass die Titanwurz zuvor während 18 Jahre mit hohem technischem Aufwand kultiviert wurde.

Nach dem Aasgestank lockt die Wunderbeere

Mit dem Gewinn wird die Öffentlichkeitsarbeit des Botanischen Gartens quersubventioniert. Mit dem Ertrag des letzten Jahres wurde etwa der Agaventag finanziert. Gegenüber dem «Sonntag» verrät Schneider die Pläne für den diesjährigen Geldsegen: Neben einem Wettbewerb über Bäume plant er einen aufwendigen Auftritt an der kommenden Museumsnacht. Als Gastinstitution erhält der Botanische Garten keine Beiträge von der Museumsnacht. Das Thema im Botanischen Garten werden «Wunderbeeren» sein. Schneider rechnet mit 2000 Besuchern. «Wir schenken allen eine Wunderbeere», kündet Schneider an. Was auch immer das sein wird: Es klingt verlockender als stinkendes Aas.