Rheinfelden
Die Baslerin Sarah Küng hütet für Rheinfelder Männer das Tor

«Eine Anfrage beim EHC Rheinfelden, dem bekannten Eishockeyclub in der Region, kostet ja nichts», dachte sich Sarah Küng. Sie wollte in neuem Umfeld trainieren, nachdem sie schon in Basel auf dem Eis stand und bei den Novizen spielte.

Peter Rombach
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Sarah Küng zeigt in der neuen EHC-Garderobe keinerlei Scheu vor einer Männerdomäne. ach

Sarah Küng zeigt in der neuen EHC-Garderobe keinerlei Scheu vor einer Männerdomäne. ach

Die Begeisterung für Eishockey wurde ihr (18) fast schon in die Wiege gelegt und sie wuchs damit auf. Heute noch trainiert ihr Vater Zunzgen-Sissach in der ersten Liga. Die Tochter spezialisierte sich, flitzt zwar auch gerne auf ihren Kufen übers blanke Eis, aber trainiert dann doch lieber die Goalie-Funktionen.

«In Rheinfelden bin ich ganz toll aufgenommen worden, hier fühle ich mich sehr wohl», bekennt Sarah. «Das Team hat mich akzeptiert, obwohl Eishockey weiterhin eine Männerdomäne ist.» Sie zeigt sich glücklich, im Goal stehen zu dürfen. «Das ist faszinierend, ich habe die Herausforderung gerne angenommen.» Sarah ist derzeit im zweiten KV-Lehrjahr auf der Bezirksschreiberei in Laufen und dort neben dem Schulbesuch momentan im Betreibungsamt tätig, weil sie möglichst alle Abteilungen der Administration kennen lernen soll.

Herausforderung gerne angenommen

Ihr Hobby ist der Eishockey-Sport. «Ich habe die Herausforderung in Rheinfelden gerne angenommen», bekennt die junge Dame lächelnd. «Ich fühle mich keinesfalls als Exotin in der Mannschaft, sondern bin ein Teil dieser.» Dass sie als einzige Frau in der zweiten Liga ein Tor hütet, stört Sarah nicht, die in Laufen wohnt und montags wie donnerstags zum Training gerne nach Rheinfelden kommt. «Hier gibt es ideale Möglichkeiten.» Dass ihr Team in der ersten Playoff-Runde rausflog, nimmt sie gelassen.

Wichtig erscheint ihr, dass der EHC in der zweiten Liga bleibt. «Nun steht bald wieder das Sommertraining an, um Fitness zu erhalten», lächelt Sarah optimistisch. Sie möchte engagiert weitermachen: «Der Wille zählt, aber man muss auch Spass haben», freut sie sich auf die nahe Zukunft im EHC Rheinfelden.

Dass der Klub in der zweiten Liga bleibt, davon geht sie aus. «Wir haben viele junge, talentierte Spieler.» In der vergangenen Saison seien gute Leistungen erbracht worden. «Wir müssen uns nicht verstecken», sagt die junge EHC-Torfrau.

Eishockey betrachtet sie als Mannschaftsleistung. «Ich will da als Frau nicht bevorzugt werden.» Wohl wissend, dass der Goalie letztlich auch eine «grosse Aufgabe» zu erfüllen hat. «Pech für das Team, wenn ich einen Fehler im Spiel mache», gibt sich Sarah realistisch. Aber deshalb trainiert sie auch eifrig Abwehrtechniken und Taktik mit der Mannschaft auf der Kunsteisbahn. «Wichtig ist, das ganze Spiel im Blickfeld zu behalten, auf den Puck zu achten.»

Und so nebenbei steht Sarah Küng auch für die Frauenmannschaft in Rinach im Goal. Ob es nicht zu viel Sportbegeisterung ist? «Meine Berufsausbildung darf darunter nicht leiden, ansonsten müsste ich kürzertreten», versichert Sarah. «Ich will das Beste auf dem Eis zeigen, aber es muss auch wirklich Spass und Freude bereiten, sonst läuft etwas falsch», bekennt sie im Klartext.