Kunstmesse
Die Besucher der Art Basel: Manchmal genau so verrückt, wie die ausgestellte Kunst

Die bz ist an der Kunstmesse Art Basel unterwegs. Dabei werden nicht nur die ausgestellten Kunstwerke betrachtet, sondern auch die Besucher. Einige davon sind nämlich selbst ein Kunstwerk und verdienen ein wenig Rampenlicht.

Susanna Petrin
Drucken
Teilen
Die Besucher der Art Basel: Sie wollen Kunst sehen und vielleicht auch kaufen. Selbst sind sie manchmal auch ein Kunstwerk.

Die Besucher der Art Basel: Sie wollen Kunst sehen und vielleicht auch kaufen. Selbst sind sie manchmal auch ein Kunstwerk.

Roland Schmid
Louise Hallett «Ich bin zum 40. Mal an der Art Basel», sagt Louise Hallett, «ich bin ein Kunst-Groupie.» Früher besass sie eine Galerie und handelte mit Kunst, jetzt hat sich die Engländerin mit ihrer Firma Hallett Independent auf die Versicherung von zeitgenössischer Kunst spezialisiert. Zahlreiche Künstler an allen Kunstmessen Basels seien ihre Kunden, sagt sie. «Ich liebe diese Art-Woche über alles», schwärmt sie, «das ist eine Woche konstanter Inspiration und Stimulation.» An der Volta-Messe in der Markthalle treffe ich sie vor einem Bild eines ihrer liebsten Künstler, John Stark. Sie sehe sich so viel wie nur möglich an, in den Museen und an allen Messen; treffe Freunde, diskutiere über die Ausstellungen. «Aber bei diesem riesigen Angebot reicht eine Woche längst nicht für alles!»

Louise Hallett «Ich bin zum 40. Mal an der Art Basel», sagt Louise Hallett, «ich bin ein Kunst-Groupie.» Früher besass sie eine Galerie und handelte mit Kunst, jetzt hat sich die Engländerin mit ihrer Firma Hallett Independent auf die Versicherung von zeitgenössischer Kunst spezialisiert. Zahlreiche Künstler an allen Kunstmessen Basels seien ihre Kunden, sagt sie. «Ich liebe diese Art-Woche über alles», schwärmt sie, «das ist eine Woche konstanter Inspiration und Stimulation.» An der Volta-Messe in der Markthalle treffe ich sie vor einem Bild eines ihrer liebsten Künstler, John Stark. Sie sehe sich so viel wie nur möglich an, in den Museen und an allen Messen; treffe Freunde, diskutiere über die Ausstellungen. «Aber bei diesem riesigen Angebot reicht eine Woche längst nicht für alles!»

Susanna Petrin
Ruben Millares Direkt neben einer Zeitmaschine steht der junge Rainer Werner Fassbinder, der sich damit an die Liste gebeamt hat. Er behauptet aber Ruben Millares zu sein, ein 34-jähriger Künstler aus Miami. «Dort gehen wir auch jedes Jahr an die Art.» Bei «Ping Pong Basel» im Projektraum M54 stellt er ab Donnerstag bis Sonntag eine performative Installation aus, die sich mit der Schweiz und ihrem freizügigen Umgang mit Armeewaffen beschäftigt. Die Zuschauer können sich auf eine Kirchenbank knien und in dieser Pose mit einem Gewehr versuchen, eine Schweizer Uhr zu treffen. «Wer die Uhr trifft, hält die Zeit an.»

Ruben Millares Direkt neben einer Zeitmaschine steht der junge Rainer Werner Fassbinder, der sich damit an die Liste gebeamt hat. Er behauptet aber Ruben Millares zu sein, ein 34-jähriger Künstler aus Miami. «Dort gehen wir auch jedes Jahr an die Art.» Bei «Ping Pong Basel» im Projektraum M54 stellt er ab Donnerstag bis Sonntag eine performative Installation aus, die sich mit der Schweiz und ihrem freizügigen Umgang mit Armeewaffen beschäftigt. Die Zuschauer können sich auf eine Kirchenbank knien und in dieser Pose mit einem Gewehr versuchen, eine Schweizer Uhr zu treffen. «Wer die Uhr trifft, hält die Zeit an.»

Susanna Petrin
Brigitte Handley Vernissage der Liste: Die schwarz gekleidete Frau mit dem pinken Lidschatten schaut amüsiert auf einige Wrackteile am Boden, die sie sofort als Bestandteile eines Autos identifizieren kann. Ihr Vater sei Mechaniker gewesen, sagt sie. Ihre Mutter habe sich stets geärgert über die Autoteile, die er im Haus herumliegen liess. Das sei Kunst, habe der Vater sich stets verteidigt. «Das ist lustig, jetzt bekommt er hier recht.» Am Mittwochabend tritt Brigitte Handley an einem Art-Konzert in der Cargo Bar auf. Sie spielt bei The Dark Shadows und ist für diesen und weitere Auftritte aus Sidney hierhergeflogen.

Brigitte Handley Vernissage der Liste: Die schwarz gekleidete Frau mit dem pinken Lidschatten schaut amüsiert auf einige Wrackteile am Boden, die sie sofort als Bestandteile eines Autos identifizieren kann. Ihr Vater sei Mechaniker gewesen, sagt sie. Ihre Mutter habe sich stets geärgert über die Autoteile, die er im Haus herumliegen liess. Das sei Kunst, habe der Vater sich stets verteidigt. «Das ist lustig, jetzt bekommt er hier recht.» Am Mittwochabend tritt Brigitte Handley an einem Art-Konzert in der Cargo Bar auf. Sie spielt bei The Dark Shadows und ist für diesen und weitere Auftritte aus Sidney hierhergeflogen.

Susanna Petrin
Maxwell Graham Es handle sich um Teile eines Katalysators, erläutert Maxwell Graham die Autoteile. Der New Yorker arbeitet für die Galerie Essex Street, die unter anderen den Künstler Cameron Rowland vertritt. In manchen Gegenden der Welt seien in diesem «extremen ökonomischen Klima» Menschen gezwungen, diese Autoteile zu stehlen - wegen der in ihnen enthaltenen Seltenen Erden. «Für viele Menschen sind diese Teile weniger nützlich, um damit Auto zu fahren, als um sie herauszuklauben und zu verkaufen. Das mache sie zu archäologischen Kunstwerken der Gegenwart. Was bedeutet ihm Kunst? «Change», Wechsel. Zum Abschied schreibt er einen Geheimtipp auf einen Zettel: eine Dachbar in New York, wo sie niemand vermuten würde.

Maxwell Graham Es handle sich um Teile eines Katalysators, erläutert Maxwell Graham die Autoteile. Der New Yorker arbeitet für die Galerie Essex Street, die unter anderen den Künstler Cameron Rowland vertritt. In manchen Gegenden der Welt seien in diesem «extremen ökonomischen Klima» Menschen gezwungen, diese Autoteile zu stehlen - wegen der in ihnen enthaltenen Seltenen Erden. «Für viele Menschen sind diese Teile weniger nützlich, um damit Auto zu fahren, als um sie herauszuklauben und zu verkaufen. Das mache sie zu archäologischen Kunstwerken der Gegenwart. Was bedeutet ihm Kunst? «Change», Wechsel. Zum Abschied schreibt er einen Geheimtipp auf einen Zettel: eine Dachbar in New York, wo sie niemand vermuten würde.

Susanna Petrin

Haben Sie der Art Basel schon einen Besuch abgestattet? Was für Leute haben Sie beobachtet?