Davidsboden
Die Bewohner hofften vergeblich – die Siedlung Davidsboden wird verkauft

Lange hatten die Davidsboden-Bewohner auf eine Rettung gehofft – vergeblich. Die Versicherung Helvetia hat die Wohnungen an ihre Anlagestiftung verkauft. Die Gespräche für eine Übernahme durch den Kanton oder eine Genossenschaft sind gescheitert.

Stephan Dietrich
Merken
Drucken
Teilen
Lange Zeit blieben die Bewohner der Siedlung Davidsboden im St.Johann-Quartier im Unklaren, doch nun steht die Zukunft fest.

Lange Zeit blieben die Bewohner der Siedlung Davidsboden im St.Johann-Quartier im Unklaren, doch nun steht die Zukunft fest.

Kenneth Nars

Für die Bewohner der Stiftung Davidsboden geht ein Stück Identität verloren. Als die Versicherung Helvetia ihre 64 Wohnungen im Herbst an ihre eigene Anlagestiftung verkauft hatte, hofften die Bewohner auf eine Rettung durch den Kanton oder einer anderen genossenschaftlichen Trägerin. Doch die Gespräche gescheitert.

Dank ihrer teilweisen Selbstverwaltung hat die Überbauung Davidsboden in Basel Pioniercharakter. «Ein lebendiges Dorf mitten in der Stadt», titelte die bz am 2. Juli 2011. Die Siedlung gehörte zu 61 Prozent der Christoph-Merian-Stiftung und zu 39 Prozent der Helvetia . Letztere wollte ihren Anteil abstossen und hat sie auf dem Markt angeboten. Nach einem Verwirrspiel gingen die Wohnungen am Schluss aber an die Helvetia eigene Anlagestiftung (die bz berichtete). Anders als die Helvetia ist ihre Anlagestiftung von den Steuern befreit.

Spielregeln ändern sich nicht

Ein kleiner Haken hat der Deal: Weil die Liegenschaften im Baurecht erstellt worden sind, hat der Kanton bei einer Handänderung zum gleichen Preis ein Vorkaufsrecht. «Wir treten dabei lediglich als Mittlerin auf», betont Andreas Kressler von Immobilien Basel-Stadt. Als Kaufinteressent teilgenommen hat Jörg Vitelli, Präsident der Wohnbaugenossenschaften Nordwestschweiz und der Genossenschaft Gewona. Allerdings sind die Gespräche schnell an unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert, berichtet der SP-Grossrat. Die Helvetia wollte rund 22 Millionen Franken. Bei einem solchen Preis wären die Mieten deutlich gestiegen, meint Vitelli. Das ist mit ein Grund, weshalb sich aufseiten der jetzigen Mieter die Begeisterung für einen Kauf in Grenzen hielt.

Siedlungsaktivist Urs Thrier bedauert, dass es nicht gelungen ist, die Siedlung einem gemeinnützigen Wohnbauträger zu überführen. Dies hätte auch im Hinblick auf das Mietmodell, welches weitreichende Beteiligungsmöglichkeiten der Mieterinnen und Mieter vorsieht, durchaus Sinn gemacht.»Wir werden aber sicher auf die neue Eigentümerin und auf die Verwaltung zugehen. An den Spielregeln selbst hat sich durch den Verkauf nichts geändert.