Basler Kantonalbank

Die BKB will jemanden aus der Region: Wer tritt Lachappelles Nachfolge an?

Bei der Basler Kantonalbank läuft die Suche nach einem neuen Chef. Aussichtsreiche Kandidaten müssen vor allem eines sein: aus der Region.

Deutsch sprechend, in der Nordwestschweiz verankert, Change Manager: Diese Attribute muss mitbringen, wer neuer Chef der Basler Kantonalbank (BKB) werden will. Die Suche nach einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers für Guy Lachappelle ist in vollem Gang, die Bewerbungsfrist läuft.

Die Bank schränkt sich bei der Suche bewusst die Auswahl möglicher Kandidaten ein. Vor allem die Verankerung in der Nordwestschweiz betont die Bank. Bei der Wahl von Guy Lachappelle wurde dies noch nicht explizit als Kriterium in der Job-Ausschreibung erwähnt – heute schon. Wohl auch, weil es damals allen im Bankrat klar war, dass ohnehin niemand infrage kommt, der nicht in der Region Basel verankert ist.

Der Bankrat, das Gremium, das den Chef wählt, war aber politisch geprägt. Das wurde angepasst. Den Wunsch der Bank, einen Hiesigen auf den Thron zu hieven, ist geblieben.

Ein Insider spricht davon, dass es nicht einfach sein werde, in die Fussstapfen von Lachappelle zu treten. Lachappelle übernahm die BKB in einer schwierigen Situation, als sie wegen Geschäften in den USA in der Kritik stand. Seit seinem Antritt im Jahr 2012 hat er die Bank neu ausgerichtet und hinterlässt seinem Nachfolger eine stabile Grundlage.

Beobachter der BKB sehen die Verwurzelung in Basel auch als eines der Hauptkriterien für die Nachfolge. Ein ehemaliges Bankratmitglied sagt: «Es muss jemand an die Spitze kommen, der sich bewusst ist, dass die BKB nicht einfach eine Bank ist.» Sondern wisse, dass sie dem Kanton verpflichtet sei. Ein Insider betont ebenfalls die Verankerung in Basel. «Es darf keiner sein, der Walliserdeutsch spricht. Ein Basler wird klar favorisiert.»

Das Netzwerk in der Stadt sei enorm wichtig. Dass die Bank dieses Kriterium denn auch offiziell als Zielvorgabe formuliert, findet ein anderes ehemaliges Mitglied des Bankrats richtig. Doch diese Einschränkung hat Auswirkungen auf das Feld möglicher Kandidaten.

Wohnort Zürich als Nachteil

Simone Westerfeld, die seit dem Abgang von Lachappelle die Geschicke der Bank ad interim führt, wird es aufgrund dieses Kriterium schwerer haben. «Gegen sie spricht, dass sie keine Baslerin ist, und dass sie mit ihrer Familie in Zürich wohnt», sagt ein Insider. Doch ein ehemaliges Bankratmitglied betont, dass «man nicht in jedem Verein in Basel sitzen muss». Und deshalb sei Westerfeld doch eine Kandidatin.

Die 43-Jährige hat bereits Spuren in der Nordwestschweiz hinterlassen, war Professorin an der Fachhochschule Nordwestschweiz und ist nun seit 2015 bei der BKB. Über die Kompetenz von Westerfeld ist man sich im Umfeld der Bank einig: Sie wäre bestens geeignet für den Job.

Doch wer könnte sonst noch infrage kommen? Intern müsse man wohl Luca Pertoldi auf dem Radar haben, sagt ein Insider. Pertoldi ist Stellvertreter von Westerfeld und Leiter kommerzielle Kunden. Sein Vorteil: Er wohnt in Basel und ist mit Jahrgang 1971 wie auch Westerfeld genug jung, um die Bank langfristig zu leiten.

Weitere Kandidaten sind innerhalb der Bank wohl nur schwer zu finden. «Tatsächlich ist das Feld der möglichen Kandidaten auf dem Bankenplatz Basel sehr, sehr dünn gesät», kommt der Insider zum Schluss.

Zwei Namen fallen immer wieder, wenn mögliche externe Anwärter diskutiert werden: Samuel Holzach und Herbert Kumbartzki. Holzach ist seit neun Jahren in der Funktion als Regionaldirektor der UBS tätig. Er sagt aber, dass er für den Posten des BKB-Chefs nicht zu Verfügung stehe.

Mit Kumbartzki, Jahrgang 1962, sitzt ein möglicher Nachfolger von Guy Lachappelle bei der Konkurrenz aus dem Landkanton. Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) hat vergangene Woche angekündigt, dass sie ausgerechnet am Barfüsserplatz eine Filiale einrichtet und so räumlich direkt in Konkurrenz zur BKB tritt. Im Gegenzug könnte sich nun die BKB bei der BLKB in der Chefetage bedienen. Kumbartzki kam 2010 zur BLKB. 2017 wurde ihm ein neuer Chef vorgesetzt.

Vorzeige-Managerin sucht Job

Die BKB wird sich wohl auch in Zürich umschauen. Dort haben regional verankerte Banker Karriere gemacht. So zum Beispiel Dagmar Maria Kamber Borens. Die 1972 geborene Bankerin hatte bis Ende Oktober die operative Führung der Credit Suisse Schweiz inne. Die Baslerin wechselte 2016 von der UBS zur Credit Suisse. Sie gilt als Vorzeigemanagerin in der Szene.

Was Kamber Borens in Zukunft macht, ist noch offen. Ende Oktober teilte die Credit Suisse mit, dass sie sich entschieden habe, «ausserhalb der Credit Suisse neue Aufgaben anzugehen». Vernetzt wäre sie: Im September sprach sie an einem Podium der Basler Bankiervereinigung. Fraglich ist aber, ob Kamber Borens bei der deutlich kleineren BKB anheuern will. Bei der Credit Suisse war sie verantwortlich für 4000 Mitarbeiter. Bei der BKB wären es im Stammhaus und der Tochterfirma Bank Cler rund 1300.

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