Wenn am nächsten Sonntag gewählt würde, dann wäre die siebenköpfige Regierung des Kantons Basel-Stadt auf fünf Plätzen besetzt. Finanzdirektorin Eva Herzog (SP) hätte die Nase mit 63 Prozent (Wahlen 2012: 69 Prozent) vorne. Gefolgt von Neuling Conradin Cramer (LDP) mit 59 Prozent und den bisherigen Christoph Brutschin (SP), Lukas Engelberger (CVP) mit je 56 Prozent sowie Baschi Dürr (FDP), der mit 51 Prozent das absolute Mehr ebenfalls schaffen würde.

Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP) müsste mit seinen 48 Prozent in den zweiten Wahlgang, bei welchem auch das Rennen zwischen den gleichauf bei je 40 Prozent liegenden Lorenz Nägelin (SVP) und Elisabeth Ackermann (Grüne) entschieden würde. Heidi Mück (Basta) und Martina Bernasconi (GLP) blieben mit 32, respektive 21 Prozent chancenlos.

Als Regierungspräsident ist Dürr schon heute so gut wie gesetzt. Sein Vorsprung  ist mit 44 Prozent aller Teilnehmer auf Ackermann (30 Prozent) und Bernasconi (8 Prozent) beträchtlich. «Andere» kommen in dieser frühen Phase des Wahlkampfs zusammengezählt auf 18 Prozent. Das absolute Mehr hat Dürr aber noch nicht erreicht.

Bürgerliche Wende in Griffweite

Damit rückt nach zwölf Jahren rot-grüner Regierungsmehrheit ein bürgerlicher Machtwechsel in greifbare Nähe. Zumal auch der Grosse Rat gemäss Umfrage nach rechts rutschen würde. Insbesondere die LDP und die SVP könnten sich über Sitzgewinne freuen, während die FDP ‑ entgegen dem nationalen Trend ‑ nicht vom Fleck kommt. Leichte Verluste müsste das links-grüne Lager sowie GLP und CVP gewärtigen. Ob diese zu Sitzverlusten führen, vermag die Umfrage nicht zu beantworten. Dafür ist die Unschärfe zu gross.

Das zeigt die erste repräsentative Wahlumfrage, die in Basel-Stadt je durchgeführt wurde. Im Auftrag der bz Basel und der «Tageswoche» hat das Meinungsforschungsinstitut Sotomo, das unter anderem auch für das Schweizer Fernsehen tätig ist, die Angaben von 1800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgewertet und gewichtet. Zu den Gewichtungsmerkmalen gehören das Alter, das Geschlecht, der Wahlkreis, das Bildungsniveau sowie das Entscheidverhalten bei vergangenen Wahlen und Abstimmungen. Sotomo gewährleistet eine hohe soziodemographische und politische Repräsentativität dieser Stichprobe.

Die Umfrage wurde zwischen dem 25. und 31. August durchgeführt. Die Regierungs- und Grossratswahlen finden am 23. Oktober statt.

Weitere Informationen gibt es morgen ab 6 Uhr.