Wahlen Basel-Stadt
Die Bundespolitik blickte während den Wahlen gebannt nach Basel

Die Parteipräsidenten von SP und Grünen finden die Basler Wahlresultate schön, bezeichnen sie als Korrektiv zum Rechtsrutsch auf nationaler Ebene. Die Bürgerlichen reden sie schön, von Verlusten soll nicht die Rede sein.

Daniel Ballmer
Drucken
Teilen
Gerhard Pfister: «Eine fundamentale Trendwende zurück auf die Erfolgsspur braucht eben Zeit.»
4 Bilder
Regula Rytz: «Das ist sicher auch ein Korrektiv nach dem Rechtsrutsch bei den nationalen Wahlen.»
Bund schaut auf Basel
Petra Gössi: «Aus nationaler Sicht ist das eine klare Stärkung des liberalen Lagers»

Gerhard Pfister: «Eine fundamentale Trendwende zurück auf die Erfolgsspur braucht eben Zeit.»

Sandra Ardizzone

Die FDP verliert im Grossen Rat zwei Sitze, und Baschi Dürr verpasst im ersten Wahlgang den Einzug in die Regierung – und zwar deutlich. Dennoch will Petra Gössi nicht von einem «schwarzen Sonntag» sprechen. Im Gegenteil: «Aus nationaler Sicht ist das eine klare Stärkung des liberalen Lagers», betont die Präsidentin der FDP Schweiz. Die Basler LDP sei vollwertiges Mitglied der FDP Schweiz. Angesichts vier zusätzlicher Parlamentssitze für die Liberalen und der souveränen Wahl von LDP-Regierungskandidat Conradin Cramer bestehe gar Grund zur Freude. «Schliesslich gehe ich auch davon aus, dass Baschi Dürr im zweiten Wahlgang gewählt wird.» Das Resultat zeige aber, dass die Basler FDP noch einige Hausaufgaben machen müsse. Gössi spricht die Personalpolitik an. «Die LDP macht es vor.» Die Liberalen schafften es immer wieder, mit profilierten Köpfen anzutreten.

Von einer Trendumkehr scheint die CVP auch weiterhin weit entfernt zu sein. Zwar ist Lukas Engelberger sicher in die Regierung wiedergewählt worden. Gleichzeitig aber haben die Christdemokraten im Grossen Rat erneut einen Sitz verloren und kommen nun noch auf sieben Mandate. «Aber damit mussten wir rechnen, weil es sich um ein wackliges Restmandat gehandelt hat», sagt Gerhard Pfister. «Dennoch hätten wir uns natürlich ein besseres Resultat gewünscht.» Man sei nie zufrieden, wenn man nicht gewinne. «Das Resultat ist aber nicht so katastrophal, dass man nun fundamental über die Bücher muss», kommentiert der Präsident der CVP Schweiz. Immerhin habe die Kantonalpartei einen sehr guten und engagierten Wahlkampf geführt, auf dem man aufbauen könne. Pfister: «Eine fundamentale Trendwende zurück auf die Erfolgsspur braucht eben Zeit.»

Korrektiv zum Rechtsrutsch

Voll und ganz zufrieden sein darf Regula Rytz. Aller Prognosen zum Trotz zählen die Grünen zu den klaren Wahlsiegern: Elisabeth Ackermann zieht gleich im ersten Wahlgang in die Regierung ein, und im Grossen Rat legt die Partei um einen Sitz zu. Die Präsidentin der Grünen Schweiz ist überzeugt: «Das ist sicher auch ein Korrektiv nach dem Rechtsrutsch bei den nationalen Wahlen.» Der Bevölkerung sei aufgezeigt worden, was ein bürgerlicher Schulterschluss bedeute. Deren «überhebliche Klientelpolitik» komme ganz schlecht an. Gleichzeitig hätten die Basler Grünen im Wahlkampf stark mobilisiert. Die Niederlage vom letzten Herbst habe die Partei erschüttert und zu einer «Jetzt-erst-recht-Haltung» geführt. Mit Erfolg.

Ähnlich tönt es von SP-Chef Christian Levrat. Auch er spricht von einem Korrektiv zum Rechtsrutsch im letzten Jahr. «Die rechte Mehrheit im Bundeshaus sorgt für höhere Ausgaben für Armee, Landwirtschaft und Strassenbau, kürzt bei Bildung und Entwicklungshilfe und plant ein Rentenmassaker», erklärt er dem «Blick». Das Wahlresultat sei eine Quittung für die rechte Politik. Für die bz war Levrat gestern nicht erreichbar.