Massenkündigung

Die Burgweg-Räumung wurde abgeblasen

Bis Dienstag 9 Uhr hatten die Mieter vom Burgweg Zeit ihre Koffer zu packen, dann sollten die Wohnungen geräumt werden. Es passierte jedoch nichts.

Bis Dienstag 9 Uhr hatten die Mieter vom Burgweg Zeit ihre Koffer zu packen, dann sollten die Wohnungen geräumt werden. Es passierte jedoch nichts.

Die Mieter des Burgwegs 14 sollten bis Dienstag 9 Uhr vor dem Haus stehen. Sie warteten dort jedoch alleine.

Die angekündigte Räumung von zwei Wohnungen am Burgweg 14, die gestern Morgen stattfinden sollte, wurde nicht durchgeführt. «Die Mieter können bis zum Entscheid des Bundesgerichts im Mietobjekt bleiben», erklärt Michael Bongard, Asset Manager der Adimmo. Die Immobilienfirma verwaltet die Liegenschaft am Burgweg.

Viel Lärm um nichts

Der Entscheid des obersten Gerichts steht noch aus. Solange kann mit der Sanierung und dem Umbau nicht begonnen werden. Denn eigentlich war alles fix: Die verbliebenen Mieter wären heute rausgeworfen worden. So stand es in einem Schreiben (die bz berichtete) der Eigentümerin, der Baselbieter Pensionskasse. Doch: Gestern um 8.50 Uhr ging ein Schreiben beim Mieterverband ein, dass die Räumung abgesagt wird. Dies ist besonders für eine Mieterin sehr ärgerlich. Sie ist extra aus Bosnien zurückgereist.

Der neue Termin für die endgültige Räumung, der von den Mietern zusammen mit dem Mieterverband, ausgemacht wurde, datiert sich nun auf den 28. April. Doch bis der definitive Entscheid des Bundesgerichtes im Falle der Mieter, die den Fall weitergezogen haben, noch nicht gefällt ist, kann dieses Datum nicht als sicher angesehen werden.

Vonseiten der Adimmo wurde er jedoch genehmigt, wie ein Schreiben an den Mieterverband bestätigt. Nach wie vor ist das Chaos am Burgweg gross: Unklar ist etwa, ob es sich bei der Anzahl rekurrierenden Mieter um zwei oder vier Mieter handelt. Diesbezüglich widersprechen sich Beat Leuthardt, Co-Geschäftsleiter des Mieterverbands Basel, und Bongrad. Leuthardt ist soweit mit der momentanen Situation einverstanden: «Wir sind froh, dass Michael Bongard eingelenkt hat und jetzt eine normale Situation für die Beteiligten ermöglicht.»

Der Konflikt am Burgweg hat eine lange Geschichte: Die Massenkündigung erfolgte 2011. Seit 2013 wehren sich vereinzelte Mieter vehement gegen die Kündigung. 2016 wurden die bereits leeren Wohnungen für Asylsuchende als Zwischennutzung verwendet, bis nun 2017 die Klage der Mieter vom Appellationsgericht abgeschmettert und ans Bundesgericht weitergezogen wurde.

Noch ist das letzte Kapitel nicht geschrieben: Ein Mieter des Burgwegs 4 hat eine Kündigungssperre, ihm darf derzeit nicht gekündet werden.

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