Baustellen
Die BVB haben beim Gleisunterhalt Nachholbedarf

Von 1985 bis 2000 investierten die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) zu wenig in die Gleiserneuerung. Das Aufholen dieses Mankos wird noch zwei, drei Jahre dauern.

Stefan Schuppli
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Beispiel Allschwil: Die Tramräder fahren mit dem Spurkranz der Räder auf dem Rillenboden der Schienen. Eigentlich müsste die Last auf dem Fahrkopf (rechts) liegen.

Beispiel Allschwil: Die Tramräder fahren mit dem Spurkranz der Räder auf dem Rillenboden der Schienen. Eigentlich müsste die Last auf dem Fahrkopf (rechts) liegen.

Kenneth Nars

Die Sachlage ist eigentlich relativ einfach: Auch die härtesten Schienen sind irgendwann einmal abgenützt. Das geschieht aber unterschiedlich schnell: Die Lebensdauer hängt von den Frequenzen, den Kurvenradien und den Fahrzeuglasten und -längen ab. Weichen sind naturgemäss empfindlicher. Einige Gleisabschnitte sind bei den BVB 60 Jahre alt.

Weil zwischen 1985 und 2000 aus unbekannten Gründen zu wenig in Gleiserneuerungen investiert wurde, habe sich bei den BVB ein «Erneuerungsstau» gebildet, sagt Michael Bont, Leiter Infrastruktur BVB, im Gespräch mit der bz. «Pro Jahr müssen wir heute im Schnitt rund 3 Kilometer Gleise ersetzen. Im fraglichen Zeitabschnitt waren es weniger.» Es gebe eine zunehmende Zahl vor Teilstrecken, welche stark überaltert seien und bei denen «dringender Handlungsbedarf» bestehe.

Seit ein paar Jahren sind die BVB in Basel daran, diesen Rückstand aufzuholen. In den nächsten Jahren werden sich deshalb die BVB-Baustellen häufen (vgl. Kasten). Für das Netz in Basel steht ein jährlicher Kredit von 17,5 Millionen Franken zur Verfügung. Im Dezember sprach der Grosse Rat einen Nachtragskredit von 39 Millionen für die Jahre 2013 bis 2016, danach gilt ein jährlicher Kreditbedarf von 21 Millionen pro Jahr.

Das typische Verschleissverhalten einer Tramschiene ist von drei Phasen geprägt. Neue Schienen nutzen sich in einer ersten kurzen Phase stärker ab, bis das Rad-Schiene-System «eingefahren» ist. In dieser Phase werden die Schienen durch das Befahren aufgehärtet, ähnlich dem Schmiedeprozess. In der folgenden zweiten langen Phase ist die Abnutzung sehr klein. Erst gegen Ende der Lebensdauer nehme die Alterung wieder einen rascheren Verlauf. Aufgrund dieses typischen Verlaufs befindet sich der grösste Anteil der Gleise in der Zustandsklasse «schadhaft», erklärt Bont.

Der Combino-Schienenverschleiss

Die wichtigsten Vorhaben 2015/16

Riehen (Beginn Gesamterneuerung Äussere Baselstrasse–Lörracherstrasse), Muttenz–Pratteln (Gesamterneuerung Linie 14, 2. Etappe) Bruderholz (restliche Abschnitte beim Studio Basel und Wolfsschlucht), Fischmarkt–Gerbergasse, Elisabethenstrasse (2. Etappe), St. Alban Graben, Allschwil (Finanzierung vorausgesetzt).

Kleinere Abschnitte: Wiesenplatz, Münchensteinerstrasse (Weichen), Heuwaage (Weichen), Klybeckstrasse, Burgfelderstrasse, Kohlenberg, Haltestelle Bären (Birsfelden), Dorenbachviadukt.

Abnützungserscheinungen können in den Kurven auch an der Innenseite des Schienenkopfs festgestellt werden. Verschiedentlich waren auch die Combinos mit ihren etwas kleineren Rädern in der Kritik. Diese hätten aber nur einen unwesentlich grösseren Schienenverschleiss als ältere Tramfahrzeuge zur Folge, sagt Bont.

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