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Die BVB kaufen neue Grossbusse für die Flughafenlinie

Die jetzigen 50er-Busse bieten in Stosszeiten zu wenig Platz.

Die jetzigen 50er-Busse bieten in Stosszeiten zu wenig Platz.

Die Busse, die den Flughafen mit der Stadt verbinden, sind oft überfüllt. Die BVB planen daher für die Linie 50 den Kauf neuer Grossbusse mit Platz für mindestens 175 Passagiere. Vorerst sollen 6 Stück beschafft werden. Bewähren Sie sich, weitere dazu.

Die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) überraschen mit einer Ausschreibung für neue Dieselbusse. Und dies in einer Phase, in der Hybridbusse getestet werden. Der Grund für die Suche nach vorerst sechs neuen vier-achsigen Gelenkbussen ist aber nicht die Antriebsart, sondern die Grösse der Fahrzeuge.

Zum Einsatz kommen sollen die neuen Busse nämlich auf der Linie 50, dem Flughafenbus. BVB-Vizedirektor Georg Vischer erklärt: «Wir haben auf der Linie 50 beträchtliche Schwankungen zwischen halb leeren Bussen und rappelvollen.» Die Situation habe sich zwar gebessert, seit die BVB auf der Linie statt der normalen Stadtbusse Gelenkbusse mit einer Kapazität von bis zu 165 Passagieren einsetzen würden, aber behoben sei das Problem nicht. «Mit den Gelenkbussen wurde es besser. Aber nun stehen wir auf höherem Niveau wieder vor dem gleichen Problem.» Auch der Einsatz von zusätzlichen Dispobussen habe keine Erleichterung gebracht: «Die Erfahrung hat gezeigt, wenn wir die Busse am Flughafen gebraucht hätten, standen sie am Bahnhof SBB und umgekehrt.» Einfach mehr Busse fahren zu lassen, sei ebenfalls keine taugliche Lösung: «Eine Umstellung auf Fünfminutentakt wäre keine Lösung, denn die Passagierfluktuationen sind sehr sprunghaft.»

Erst die Präqualifikation

Bei der Ausschreibung handelt es sich um eine sogenannte Präqualifikation, oder, wenn man Georg Vischer zuhört, eigentlich um eine Marktstudie: «Wir wissen, dass die Firmen Van Hool und Mercedes Nutzfahrzeuge Busse in dieser Grösse produzieren. Nun wollen wir herausfinden, ob es auch noch andere Anbieter gibt.»

Die Anforderungen sind in der Tat beachtlich. Die Busse sollen Platz für mindestens 175 Passagiere bieten, davon sollen mindestens 40 im Sitzen an ihr Ziel kommen. Dabei sollen die Busse über nur ein Gelenk verfügen und leer nicht mehr als 21 Tonnen wiegen. Ausserdem wollen die BVB ihre Fahrgäste zügig vom Flughafen an den Bahnhof SBB befördern, deshalb muss der Bus eine Mindestgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde halten können. Die BVB setzen bei der Beschaffung auf bewährtes Material: «Wir wollen hier keine Massanfertigungen beschaffen», so Vischer. Und auch die Ausschreibung verlangt Referenzprojekte in den letzten fünf Jahren.

Mehr Fahrzeuge möglich

Das Angebot der BVB läuft bis zum 21. Januar 2013. Danach geben sich die Verkehrsbetriebe rund zwei Wochen Zeit für die Vorabklärungen. Im ersten Quartal des kommenden Jahres folgt dann die zweite Stufe der Ausschreibung, also die Suche nach dem definitiven Lieferanten für die neuen Flughafen-Busse. Wer auch immer diesen Zuschlag erhält, kann sich freuen. Bereits jetzt halten sich die BVB die Option offen, nach dem Kauf der ersten sechs Fahrzeuge noch zwei weitere Beschaffungen à je zwei Busse zu tätigen, falls der Euro-Airport weiter wachsen sollte.

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