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Die BVB suchen neue Abteilungsleiter – und setzen auf Chefs aus dem Temporärbüro

Die Basler Verkehrs-Betriebe brauchen dringend zwei neue Abteilungsleiter. (Archiv)

Die Basler Verkehrs-Betriebe brauchen dringend zwei neue Abteilungsleiter. (Archiv)

Die Basler Verkehrs-Betriebe brauchen dringend zwei neue Abteilungsleiter. Doch statt auf eine interne Lösung wird auf einen externen Dienstleister gesetzt.

Via Kantonsblatt suchen die BVB derzeit drei Kaderangestellte. Allerdings nicht mit Stellenanzeigen, sondern in Form einer Beschaffung. Gesucht wird ein externes Büro, das den BVB eine «Interims Management Dienstleistung» zur Verfügung stellt. Sprich: Dafür sorgt, dass drei geeignete Personen ab Ende Mai auf der Matte stehen. Zwei für Leitung der Bereiche Technik und Planung, eine dritte Person soll den Leiter Planung als Fachperson unterstützen.

Sie sollen mindestens sechs und maximal zwölf Monate arbeiten, über die genaue Länge des Einsatzes entscheiden die BVB. Dabei sind die Anforderungen sehr spezifisch: So wird verlangt, dass der Leiter Technik mindestens zehn Jahre Führungserfahrung sowie gute Kenntnisse der «ÖV-Branche und des Instandhaltungs- und Servicegeschäfts» habe sowie eine Ausbildung als diplomierter Ingenieur vorweisen kann.

Benjamin Schmid, Sprecher der BVB, sagt: «Wir sind davon überzeugt, dass eine externe, befristet angestellte Führungsperson geeignet ist, die 160 Angestellten im Bereich Technik in der Übergangsphase bis Mitte 2020 zu führen.» Ob die BVB im Vergleich zu einer internen Lösung mit Mehrkosten rechnen, kann Schmid nicht sagen. Die Kosten seien stark abhängig vom Projektverlauf und liessen sich noch nicht genau beziffern.

Schmid betont, dass die externen Führungspersonen nicht den vor zwei Wochen angekündigten Reorganisationsprozess führen werden, sondern die jeweiligen Abteilungen. Sie ersetzen vielmehr den bisherigen Interimsleiter der Abteilung Technik, Ludwig Näf, der die BVB «spätestens mit Ablauf seines befristeten Vertrags im Sommer 2019 verlassen» werde, wie die BVB mitteilen. Was die Gründe für diese Trennung sind, geht aus dem Schreiben nicht hervor.

Unternehmensberater übt Kritik

Unternehmensberater Johannes Czwalina sagt, dass Interims-Manager in gewissen Situationen für ein Unternehmen tatsächlich hilfreich sein können, weil sie einen frischen Blick von aussen mitbringen würden.

Eine solche Besetzung sei allerdings auch ein Risiko: «Es kann sehr despektierlich gegenüber langjährigen Mitarbeitern mit grosser Erfahrung wirken, wenn man ihnen zeigt, dass einzig eine externe Person infrage kommt.» Zumal der Neue viel Unterstützung brauche von ebendiesen langjährigen Angestellten, um sich in der komplexen Situation zurecht zu finden. Solche Dienstleistungen seien zudem auf jeden Fall teurer als eine interne Lösung, sagt Czwalina. Er gehe davon aus, dass sich die Vermittler 15 bis 30 Prozent der Jahressaläre draufschlagen.

Als grösstes Problem sieht Czwalina aber die Verfügbarkeit. «Es wird schwierig, eine Firma zu finden, die drei geeignete Personen so kurzfristig zur Verfügung stellen kann.» Der BVB-Sprecher hingegen ist optimistischer. «Wir sind davon überzeugt, dass es genügend Dienstleister auf dem Markt gibt, welche die von uns benötigten Anforderungen erfüllen können», schreibt Schmid.

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