220 Liter Mehlsuppe hat nur schon das Hotel Les Trois Rois für die Fasnacht vorbereitet. Dafür verarbeitete das Team um Chef de Cuisine Francis Colomb unter anderem 40 Kilogramm Zwiebeln, 16 Kilogramm Mehl und 180 Liter selbst gemachte Rindsbouillon.

Fast 14 Stunden dauerte die Zubereitung. Welchen Rotwein der Franzose für seine Mehlsuppe verwendet, verrät er nicht. Klar ist: Er arbeitet seit 27 Jahren im «Trois Rois» und gewinnt den bz-Mehlsuppen-Vergleich zwischen sechs bekannten Grossbasler Gaststätten. Die Rangliste:

1. Hotel Les Trois Rois

Note: 5,75 – Preis: 8 Franken

Diese Suppe ist eine Meisterleistung: Die verschiedenen Aromen halten sich die Waage und sorgen für einen ausgewogenen Geschmack. Auch die Zwiebeln schmeckt man. Die Suppe hat die schönste Farbe im Test: nicht zu dunkel – nicht zu hell. Einziger Wermutstropfen: Das Geschirr sieht nach liebloser Massenware aus.

2. Hotel Basel

Note: 5,25 – Preis: Fr. 6.50

Die Suppe mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis: Günstiger als alle anderen, erreicht die Suppe mit ihrer durchschnittlichen Würze einen soliden Gesamteindruck. Speziell: Die einzige Mehlsuppe im Test, bei der der Koch auch ans Auge gedacht hat: Sie wurde mit etwas Schnittlauch garniert.

3. Restaurant Schlüsselzunft

Note: 5 – Preis: 8 Franken

Bronze geht an den «Schlüssel»: Hier wird das Mehl gut geröstet, die Suppe ist sehr dunkel. Das könnte auch mit dem vielen Rotwein zu tun haben, den man hier fast zu gut herausschmeckt. Die Bedienung ist sehr freundlich – und zusammen mit jener des Restaurants Löwenzorn die schnellste.

4. Restaurant Zum Braunen Mutz

Note: 4,5 – Preis Fr. 7.50

Hier gibts viel Kalorien fürs Geld: Das Brotkörbchen ist im «Mutz» am besten gefüllt. Der «Mutz» ist das einzige Restaurant, das die Suppe mit in lange Fäden gehobeltem Käse serviert. Das sieht schöner aus als die Reibkäse-Inseln andernorts. Der Röstgeschmack lässt nichts zu wünschen übrig. Die Suppe ist nichts für Weicheier: Der Rotweingeschmack und die Bouillon sind sehr stark. Minuspunkt: längste Wartezeit im Test.

5. Restaurant Löwenzorn

Note: 4,25 – Preis: 8 Franken

Die gute Nachricht vorneweg: Im luftigen Innenhof des Restaurants Löwenzorn sind auch Raucher herzlich willkommen. Und zusammen mit der «Schlüsselzunft» hatte der «Löwenzorn» die kürzeste Wartezeit im Test. Allerdings ist die Suppe hier etwas zu flüssig. Zwiebel- und Röstgeschmack fehlen auch etwas. Käse und Rotwein sind aber fein und gut herauszuschmecken.

6. Restaurant Safran Zunft

Note: 4 – Preis: Fr. 7.50

Diese Suppe fällt nicht ab, aber auf: Sie schmeckt so stark nach Mehl, dass man sich fragt, ob man beim Rösten zu vorsichtig war. Zudem ist sie flüssiger als alle anderen und hat den schwächsten Rotweingeschmack im Test. Dafür ist der Zwiebelgeschmack stärker als anderswo und die Suppe ist gut gesalzen. Weiterer Pluspunkt: Die «Saffre-Zunft» ist die einzige Gaststätte, die die Suppe in schön verziertem statt langweilig weissem Geschirr serviert. Wer eine gut verdauliche Suppe ohne starken Nachgeschmack sucht, ist hier richtig.