Die «Liste» ist das Kind von Peter Bläuer. 1996 hat er die Kunstmesse, die jeweils parallel zur Art Basel in den alten Warteck-Gebäuden stattfindet, mit aus der Taufe gehoben. Während 23 Jahren amtete Bläuer als Direktor und verhalf der «Liste» zu einem internationalen Ruf als Messe für aufstrebende kleine und mittlere Galerien.

Im April machte die bz bekannt, dass Bläuer kürzertreten wird und einen Käufer für die Veranstaltung sucht. Mit Joanna Kamm ist die neue Direktorin bereits im Amt, nun ist auch die Stiftung geschaffen, von der Bläuer bei seinem Rücktritt gesprochen hat.

Als Geburtshelferin tritt die Christoph Merian Stiftung (CMS) auf. Sie gründete diese Woche die Stiftung zur Förderung aktueller Kunst. Als Präsident zeichnet Banker Urs Gloor. Peter Bläuer bleibt als sein Vize der «Liste» verbunden, wie aus den Gründungsurkunden hervorgeht. Bläuer und Gloor stehen an der Spitze eines illustren Kreises: Zu den weiteren Stiftungsräten gehören die Mäzene Gabriel Eckenstein und Annetta Grisard, die Künstlerin Claudia Müller oder Hedy Graber, die Leiterin des Migros-Kulturprozents.

Angebote ausgeschlagen

Die CMS wollte nicht direkt als Trägerin auftreten. Sprecherin Elisabeth Pestalozzi sagt jedoch: «Wir sind überzeugt von der Idee der Fördermesse.» Als Starthilfe hat die CMS die neue Stiftung mit 250 000 Franken an Stiftungskapital alimentiert. Die Stiftung zur Förderung aktueller Kunst bezwecke einerseits den Erwerb, den Betrieb und die nachhaltige Sicherung der «Liste». Andererseits übernimmt sie als Aufgabe, die Messe mit dem Schwerpunkt Kunstförderung weiter zu entwickeln.

Mit der CMS als Schirmherrin wird das bisherige Konzept weitergeführt: Junge, noch unbekannte Namen aus der Szene erhalten die Chance, sich einem grossen internationalen Publikum zu präsentieren — auf einer Plattform, die nicht kommerziell orientiert ist. Dabei habe es durchaus lukrative Angebote kommerzieller Interessenten gegeben, lässt die CMS durchblicken. Peter Bläuer war für die «Schweiz am Wochenende» am Freitag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

 

Mitarbeit: Christian Mensch