Blaggedde

Die Cliquen haben auf Silber gepfiffen

Weil die Kupferne Blaggedde Pfeifer und Tambouren zieren, griffen viele Fasnächtler zur billigeren Version.

Weil die Kupferne Blaggedde Pfeifer und Tambouren zieren, griffen viele Fasnächtler zur billigeren Version.

Die diesjährige Silber-Plakette mit dem Guggenmotiv hat sich schlechter verkauft, sagt das Comité. Genaue Zahlen werden jedoch nicht genannt.

Eine Gugge am Revers? Kommt nicht in die Tüte, dachten sich so einige Fasnächtler. In diesem Jahr sorgte die Plakette für Diskussionen. Künstler Guido Happle hat für Kupfer, Silber, Gold und Bijou vier verschiedene Motive entworfen, um die Vielfalt der Fasnacht abzubilden. Erstmals zierte dabei eine Guggenmusik alleine eines der traditionellen Schmuckstücke.

Zwar laufen diese schon seit den Anfängen des letzten Jahrhunderts mit, doch deren Konterfei auf dem offiziellen Eintrittsbillett zur Basler Strassenfasnacht – das war dann doch zu viel der Innovation für manche Traditionalisten, das hat den Rahmen gesprengt.

«Wir haben lange gedacht, das sei nur ein Gerücht», sagt Adrian Kunz, beim Comité verantwortlich für die Plaketten, auch wenn er sich «ein paar Möggen» hatte anhören müssen. Lange sei der Effekt nicht messbar gewesen, «im Nachhinein müssen wir aber sagen, dass da etwas dran war.»

Gross reden will er die Sache jedoch nicht, er spricht von einem «geringen Unterschied». Schon im Januar hatten Plakettenverkäufer der bz berichtet, dass die mittlere Preiskategorie bei den Verkaufszahlen hinterherhinke. Das Comité ging damals nicht von einem Unterschied aus, noch während der Fasnacht sagte Künstler Happel gegenüber «Telebasel»: «Anhand der Verkaufszahlen sieht man: Bei uns in der Clique spielt das keine Rolle.»

Aufruhr in sozialen Netzwerken

In den sozialen Netzwerken zeigte sich hingegen: Nach wie vor verläuft ein Graben zwischen Trompetern und Pfeifern, den kein Räpplimatsch zu stopfen vermag; die Wogen auf Diskussionsplattformen gingen hoch. Nimmt man diese zum Massstab, lässt sich der Silber-Überschuss nur mit der Guggen-Aversion orthodoxer Fasnächtler erklären. «Auch ich habe mir in diesem Jahr zwei kupferne anstatt eine silberne Plakette gegönnt – auch wenn ich unsere werten Guggen-Kollegen schätze, so ist es für mich Ehrensache, dass ich die Clique über meinem Herzen trage», stand da etwa geschrieben.

«Es herrscht Ufruhr rund um d’Frau Fasnacht und das, will uf ere Blaggedde – dr Silbrige – e Gugge us em Rahme lacht», kommentierte hingegen Patrick Müller, Obmaa der IG Gugge. Er wollte sich gestern nicht mehr zur Plaketten-Posse äussern. Einen anderen Erklärungsansatz hat Kunz dennoch zur Hand: «Die Silber-Plakette hat in diesem Jahr um zwei Franken aufgeschlagen, die Kupferne hingegen nur um einen.» Vielleicht habe dies zur Folge gehabt, dass das Comité nun noch auf ein paar silbernen Exemplaren sitzt.

Generell harziger Verkauf

Zahlen will Kunz ohnehin keine bekannt geben. «Das ist eines der bestgehüteten Geheimnisse der Stadt», pflichtet ihm Comité-Obmann Christoph Bürgin bei. Generell liefen die Plakettenverkäufe in diesem Jahr aber nicht besonders gut. Das hat allerdings weniger mit der Gestaltung zu tun, als dem Wetter.

«Während der Fasnacht haben wir weniger Plaketten verkauft als beispielsweise letztes Jahr», sagt Kunz. Insbesondere am Montag als auch am Mittwoch war das Besucheraufkommen deutlich magerer als in anderen Jahren. Vergleiche man die Zahlen aber mit jenen aus dem Jahr zuvor, in welchem den Fasnächtlern ebenfalls kein Wetterglück beschieden war, so stimme die Bilanz wieder.

Ein paar Tausend Franken gehen dem Comité dadurch im Vergleich zum Vorjahr durch die Lappen. 2016 war aber auch ein Spitzenjahr, in welchem gemäss Kunz von den Cliquen gar keine Plaketten zurückgekommen sind.

Meistgesehen

Artboard 1