Basler Fasnacht

Die drey schreegschte Dääg: Drei Tage Morgestraich? Comité sucht Ideen für 2021

Die Fasnachtsquarantäne im Imbergässli an der Basler Nicht-Fasnacht 2020.

Die Fasnachtsquarantäne im Imbergässli an der Basler Nicht-Fasnacht 2020.

Das Basler Fasnachts-Comité arbeitet aktuell an einem Corona-Konzept zur Durchführung der Basler Fasnacht und bittet um Mithilfe.

Die Larve, Kostüme und Laternen waren alle schon fertig, die Märsche geübt und die Vorfreude gross. Dann kam die traurige Gewissheit für die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler. Die Basler Fasnacht wird nur wenige Tage vor dem Morgestraich abgesagt, da der Bundesrat Grossveranstaltungen in der ganzen Schweiz verboten hatte.

Einige brauchten Stunden oder gar Tage, um zu realisieren, was dieser Entscheid für Auswirkungen hat. Ein Jahr ohne Fasnacht, das gab es zuletzt als die Spanische Grippe vor 100 Jahren in Basel wütete. Die Chancen, dass die nächste Fasnacht vom 22. bis 25. Februar 2021 regulär stattfindet, scheint in der aktuellen Situation unvorstellbar. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen sind zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin verboten, allein die aktiven Fasnächtler machen im Normalfall etwa 12000 Personen aus.

Die Fasnacht sei nicht abgesagt – im Gegenteil

«Natürlich wäre es aus heutiger Sicht unverantwortlich, die Fasnacht in der gleichen Form durchzuführen, wie wir das 2019 gemacht und 2020 vorgesehen hatten», teilt das Basler Fasnachts-Comité gestern Abend mit. Trotzdem setze man alles daran, die Fasnacht im kommenden Jahr durchzuführen. In welcher Form und unter welchen Sicherheitsbestimmungen ist noch offen, ein entsprechendes Konzept muss noch erarbeitet werden.

Es seien bereits Gespräche mit der Basler Regierung geplant, man strebe eine Zusammenarbeit mit den Behörden an. Die Sicherheit und der Schutz der Bevölkerung hätten dabei «oberste Priorität». Wichtig sei, dass die Aktivitäten nicht zu einem gesundheitlichen Risiko führen.

Was für Aktivitäten das konkret sind, ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch komplett unklar. Ein neunstündiger Cortège durch die Stadt ist aktuell höchst unwahrscheinlich. Am Montagaben wurden die Obmänner und -frauen der Fasnachtscliquen zu einem Treffen eingeladen. Vor Ort informierte das Comité über eine mögliche Durchführung der Fasnacht. Dabei fungiert das Comité neu als eine Art Organisationskomitee, welches nach eigenen Angaben auch gerne kreative Vorschläge der Fasnächtlerinnen und Fasnächtler entgegen nimmt und die Umsetzbarkeit prüft.

Das Comité zeigt sich demokratisch

Erste Ideen wurden bei der Präsidentenkonferenz bereits von Seiten des Comités bereits angesprochen. So sei zum Beispiel denkbar, den Morgestraich auf drei Fasnachtstage zu verteilen und ihn von der Innenstadt in die einzelnen Quartiere zu verlagern. Guggen könnten Ständeli und Platzkonzerte vor Alters- und Pflegeheimen spielen, ist ein weiterer denkbarer Vorschlag des Fasnachts-Comités. Oder auch eine Laternenausstellung in den Messehallen sowie fliegende Verpflegungen durch die lokalen Beizer und die Waggiswagen.

Schnitzelbänke könnten in Beizen auftreten, die ein entsprechendes Schutzkonzept vorweisen können oder auf Bühnen im Freien.

Viele kleinere Aktivitäten

Es sieht also danach aus, als würde es in Basel im kommenden Jahr statt einer Grossveranstaltung viele einzelne fasnächtliche Aktivitäten geben, «die in einem sicheren Rahmen stattfinden können». Konkrete Pläne oder gar ein Konzept gibt es zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht.

Etwas Normalität bringt hingegen die Fasnachts-Plakette, die auch bei der unkonventionellen Fasnacht nicht fehlen soll. «Die Plakette 2021 wurde bereits in Produktion gegeben», sagt das Comité. Und dabei sei man im regulären Zeitplan. Das Motto der Fasnacht und die damit verbundene Plakette werde jeweils am Ende der Sommerferien festgelegt und die Plakette im September in Auftrag gegeben. Die Präsentation findet voraussichtlich im Dezember statt, bevor im Januar der Verkauf der Plakette startet.

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