Kunstmuseum
Die einjährige Schliessung des Kunstmuseums ist unumgänglich

Verantwortliche von Kanton und Museum haben am Freitag vor den Medien die für 2015 geplante einjährige Schliessung des Kunstmuseums Basel gerechtfertigt. Die am 8. Mai überraschend angekündigte Schliessung wegen einer vorgezogenen Sanierung hatte in Basel-Stadt ein kritisches Echo ausgelöst, so auch seitens einer Kommission des Kantonsparlaments.

Drucken
Teilen
Das Kunstmuseum führt Gespräche mit einem renomierten internationalen Museum - dieses könnte während der Schliessung einen Teil der Sammlung ausstellen.

Das Kunstmuseum führt Gespräche mit einem renomierten internationalen Museum - dieses könnte während der Schliessung einen Teil der Sammlung ausstellen.

Martin Töngi

Das Kunstmuseum Basel wird von Februar 2015 bis März 2016 gänzlich geschlossen. Grund sind Sanierungsmassnahmen im zentralen Erschliessungsbereich des Museumsbaus. Diese seien ohne Schliessung nicht möglich, sagte Philippe Bischof, Abteilungsleiter Kultur im Präsidialdepartement, an einer kurzfristig angesetzten Medienkonferenz.

Die Massnahmen sind vorgezogener Teil einer Gesamtsanierung des 1936 eröffneten Hauses. Diese soll etappenweise während rund zehn Jahren durchgeführt werden und dürfte insgesamt rund 100 Millionen Franken kosten. So sollen etwa Bausubstanz und Haustechnik instandgesetzt, aber auch die Brand- und Erdbebensicherheit erhöht werden.

Einjährige Schliessung

Die vorgezogenen Massnahmen betreffen den Bereich, wo sich Eingangsfoyer, Treppenaufgänge, Warenlift und Ähnliches befinden. Zudem muss die Elektrozentrale des Museums verlegt werden. Denn sie befindet sich dort, wo die unterirdische Verbindung zum Neubau der Erweiterung des Kunstmuseums anschliesst, an dem bereits gearbeitet wird.

Folge der Arbeiten seien massive Beeinträchtigungen durch Staub, Lärm und Erschütterungen. Die für das Kunstmuseum zuständige Baukommission habe daher am 28. März die einjährige Schliessung noch während der Arbeiten am Erweiterungsbau beschlossen, sagten Bischof und Vertreter des Bau- sowie des Finandepartements.

Dies geschehe auch zum Schutz der Sammlung, sagte zudem Museumsdirektor Bernhard Mendes Bürgi. Ausserdem wäre es nicht gut, wenn Besucher, die wegen des neuen Erweiterungsbaus nach Basel kämen, dann den Hauptbau geschlossen vorfänden, sagte Bürgi zur Idee, den Hauptbau erst nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus zu sanieren.

Beschluss löst Kritik aus

Seit Mitte 2012, nach Vorliegen einer Studie, sei der Umfang der nötigen Sanierungsmassnahmen bekannt, hiess es weiter. Bis zum 28. März habe man indes nicht gewusst, dass es ohne Schliessung nicht gehe, begründete Bischof den Zeitpunkt der Bekanntgabe. Diese war in Medienberichten der letzten Tage kritisch kommentiert worden.

"Überrascht über die unerwartete Schliessung des Museums" zeigte sich auch die Bildungs- und Kulturkommission des baselstädtischen Grossen Rats. Sie stellte am Freitag im einem Communiqué fest, dass bei der Planung des Erweiterungsbaus des Museums der Sanierungsbedarf des Hauptbaus "nicht umfassend abgeklärt worden ist".

Sie erwarte, dass das Präsidialdepartement zusammen mit dem Museum möglichst bald darüber informiere, wie der Leistungsauftrag des Museums während der Schliessungsdauer bestmöglich erfüllt werden kann, teilte sie weiter mit. Über Pläne für die Schliessungszeit machten die Museumsverantwortlichen am Freitag erst wenig genaue Angaben.

Sammlung anderswo zeigen

So sagte Bürgi, das Kunstmuseum sei mit einem sehr renommierten internationalen Museum im Gespräch, um Teile der Basler Sammlung während des Schliessungsjahrs dort zu zeigen; mehr könne er indes noch nicht bekanntgeben. Auch wolle das Kunstmuseum 2015 trotz Schliessung ein Programm durchführen.

Von den insgesamt 150 Mitarbeitenden des Museums sind zudem rund 30 aus den Bereichen Aufsicht, Kasse oder Führungskoordination direkt betroffen; für sie werde eine Lösung vorgesehen. Feierlich wiedereröffnet werden soll der Hauptbau zusammen mit dem neuen Erweiterungsbau im Jahr 2016.