Einkaufslandschaft
Die Einkaufslandschaft bei Weil am Rhein ist zurück in der Konsumschlacht

Nachdem Stadt und Investor mit ihren Plänen für das 27'000 Quadratmeter grosse Einkaufszentrum Hangkante am Weiler Europaplatz vor gut einem Jahr an der Urne scheiterten, kommen nun zwei Investoren mit einer neuen, abgespeckten Idee zurück.

Boris Burkhardt
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Die Anbindung der Hauptstrasse an ihr geplantes Einkaufszentrum ist den Investoren wichtig. Kenneth Nars

Die Anbindung der Hauptstrasse an ihr geplantes Einkaufszentrum ist den Investoren wichtig. Kenneth Nars

19'000 Quadratmeter Verkaufsfläche ist nun die Grösse, mit der die beiden deutschen Investoren MAB und MFI arbeiten wollen. MAB hätte ursprünglich das abgelehnte Zentrum bauen sollen und versucht nun einen zweiten Anlauf.

MFI kam als Partner hinzu, weil beide Konzerne laut eigener Aussage «gleiche Vorstellungen hinsichtlich der Entwicklung der Hangkante haben».

Konkurrent ECE ist erstaunt

«Sehr erstaunlich» so kurz nach dem Bürgerentscheid findet Stücki-Manager Jan Tanner das Engagement der beiden Investoren. Tanner ist gleichzeitig Niederlassungsleiter Schweiz des deutschen Investors ECE, der das Basler Stücki baute und betreibt.

Auch ECE war an der Weiler Hangkante interessiert, schied aber noch vor der Abstimmung aus dem Wettbewerb aus. Weil am Rhein sei nun für ECE kein Thema mehr, versichert Tanner: «Das Volk hat entschieden, dass es kein Center will.»

MAB und MFI sehen das offensichtlich differenzierter und werben gleich mit drei Zusagen um die Gunst der Weiler Bevölkerung: Erstens soll das Weiler Traditionskaufhaus Kaufring erhalten bleiben. Zweitens sollen Bürger, Verwaltung und Politik von Anfang an in die Planungen einbezogen werden.

Tram-Verlängerung bis zum Sparkassenplatz

Drittens wollen sich die beiden Investoren an einer Tram-Verlängerung bis zum Sparkassenplatz beteiligen (siehe Box), weil die Einkaufsbereiche Hangkante, Insel und Hauptstrasse ihrer Meinung nach «nur gemeinsam einen wirklich starken und attraktiven Standort» bilden können.

Deshalb wollen sie «alle Massnahmen unterstützen, die eine engere Verknüpfung von Hangkante und Hauptstrasse zum Ziel haben».

Die beiden Investoren sind «aufgrund der Güte des Standorts der festen Überzeugung, dass eine Quartiersentwicklung auf der Hangkante nach wie vor einen grossen Gewinn für die Stadt und die Region darstellt», wie sie der bz schriftlich mitteilen.

Die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines weiteren Einkaufszentrums im Dreiländereck sehen sie gegeben: Die vielen Einkaufszentren seien «sogar ein Gewinn», um die Einzelhandelslandschaft der Region «auf ein neues Niveau zu heben».

Pläne in Lörrach und Saint-Louis

Ähnlich sieht das auch Konkurrent ECE, der neben dem mit Schwierigkeiten gestarteten Stücki in mittelfristiger Zukunft das Postareal in Lörrach mit 10000Quadratmetern Verkaufsfläche betreiben will.

Dieses Engagement konkurrenziert laut ECE-Regionalleiter Tanner das Stücki jedoch «in keiner Weise». Lörrach sei schon immer attraktiv für Basler, sagt Tanner. Er gehe aber «absolut» davon aus, dass «wieder mehr Basler in Basel einkaufen» werden, wenn der Frankenkurs falle.

Die Pläne für das Mega-Einkaufszentrum Technoport am Euro-Airport (die bz berichtete) liegen nach Formfehlern derweil auf Eis, wie der Häsinger Bürgermeister und Vorsitzende der Communauté des Communes des Trois Frontières, Roland Iggersheim, berichtet.

Er rechnet mit neuen Plänen frühestens Ende 2013. Der ursprüngliche französische Investor Unibail-Rodamco wird allerdings im Laufe des Jahres bei MFI einsteigen und damit indirekt das Weiler Einkaufszentrum mitfinanzieren.