Stellenvermittlung
Die Elite der Sozialhilfe findet dank dem Projekt Integratio mehr Jobs

Vor zwei Jahren begannen Initianten mit dem Projekt Integratio. Nach erfolgreicher Pilotphase wird die Vermittlungsstelle für Sozialhilfeempfänger zu einem festen Angebot in Basel.

Mélanie Honegger
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Damit sich die Arbeitssuchenden wieder ins Job-Leben stürzen können, erhalten sie bei Integratio die Möglichkeit zu regelmässigen Gesprächen mit Coaching-Experten. (Archiv)

Damit sich die Arbeitssuchenden wieder ins Job-Leben stürzen können, erhalten sie bei Integratio die Möglichkeit zu regelmässigen Gesprächen mit Coaching-Experten. (Archiv)

Solothurner Zeitung

Immer mehr Leute leben auf Kosten der Sozialhilfe, obwohl sie gerne arbeiten würden. Das Problem liegt auf der Hand: Sie finden keinen Job. Damit sich das ändert, begannen Initianten vor zwei Jahren mit dem Pilotprojekt Integratio, das sich für die Vermittlung betroffener Personen einsetzt.

Ein wirtschaftlich gut verknüpftes Netzwerk und die persönliche Betreuung der Arbeitssuchenden haben dem Unternehmen zu dieser positiven Bilanz verholfen.

Integration von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt

Wie es der Name erahnen lässt, ist das Hauptziel von Integratio die Integration von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt. Anhand der Fähigkeiten und Interessen dieser Menschen entscheiden die Mitarbeiter des Unternehmens über mögliche zukünftige Arbeitgeber.

Die Arbeitsmöglichkeiten für die Betroffenen sind vielfältig: Von Baustellen und Coiffeursalons über Blumenläden und Restaurants ist alles möglich.

Die Elite der Sozialhilfeempfänger

«Der Kern des Erfolgs liegt sicherlich im persönlichen Engagement», sagt Hansjürg Dolder, der Basler Amtsleiter für Wirtschaft und Arbeit. Der Verein erzeuge eine Win-Win-Situation, denn durch die Stellenvermittlung könne der Kanton bei der Sozialhilfe sparen.

Projektleiterin Laetitia Hardegger freut sich, dass die Basler Wirtschaft so grosses Interesse an sozialem Engagement zeigt. «Die Leute, die über uns Arbeit suchen, sind die Elite der Sozialhilfe. Viele der Betroffenen haben schon einmal über lange Zeit gearbeitet und wissen noch genau, wie sich dies anfühlt. Was ihnen fehlt, ist das Selbstvertrauen», erklärt sie.

Gezielte Vorbereitung

Damit sich die Arbeitssuchenden wieder ins Job-Leben stürzen können, erhalten sie bei Integratio die Möglichkeit zu regelmässigen Gesprächen mit Coaching-Experten. Vorstellungsgespräche werden eingeübt, Bewerbungsdossiers überarbeitet und auch Tipps bezüglich der Vorlieben der Arbeitgeber fehlen nicht: «Aufgrund der intensiven Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern wissen wir sehr gut über deren Bedürfnisse Bescheid» sagt Hardegger.

Angenehme Situation für die Arbeitgeber

Stefan Lauber von Swissport bietet via Integratio einen Job pro Jahr an. Die Vision hinter dem Projekt und die lösungsorientierte Zusammenarbeit überzeugen ihn. Ausserdem sei die Situation der Arbeitgeber attraktiv: «Wir müssen keine Person verpflichten, wenn wir nicht mit ihr zufrieden sind. Gleichzeitig können wir durch Integratio unsere soziale Verantwortung wahrnehmen und Betroffenen eine Chance zum Wiedereinstieg ins Berufsleben bieten»

Sein Mitarbeiter Valon Salihu, auf den er via Integratio gestossen ist, ist dem Unternehmen dankbar. Der 24-jährige Familienvater fand nach Lehrabbruch und Stellenverlust zur Stellenvermittlung und ist um die aufbauenden Gespräche mit Laetitia Hardegger und die daraus resultierende feste Anstellung froh.