Luxusfahrzeug
Die Elsässer Luxusfirma Bugatti baut ein neues Auto – für fünf Millionen Euro

Zwei super teure Schlitten aus dem Elsass gibt es schon. Jetzt kommt mit dem Bugatti Divo ein weiterer hinzu, der in einer limitierten Auflage von nur 40 Exemplaren gebaut wird. Wie schnell der Wagen sein wird und wie er aussieht ist aber noch streng geheim.

Peter Schenk
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Bugatti
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Rennfahrer Albert Divo am Steuer seines Bugatti Typ 35 im Jahr 1929.
Rennfahrer Albert Divo, Namensgeber des Bugatti Divo.
Dieser Bugatti Veyron steht im Automuseum in Mulhouse.

Bugatti

bz Basel

Noch halten sich alle bedeckt. Am 24. August erst soll im fernen Kalifornien aufgedeckt werden, wie das neue Luxusautos Bugatti Divo aussieht, das im nahen Elsass gebaut wird. Fünf Millionen Euro wird es kosten, in einer limitierten Auflage von 40 Exemplaren gebaut und besonders gut in den Kurven liegen.

Daher kommt auch der Name. Albert Divo war ein französischer Rennfahrer, der für Bugatti zweimal das berühmte kurvenreiche Berg-Rundrennen Targa Florio auf Sizilien gewonnen hat. Luxusautos der Marke Bugatti wurden schon seit 1909 im elsäsissischen Molsheim, südwestlich von Strassburg, gebaut. Zeitweise beschäftigte Ettore Bugatti, der Gründer der Marke, hier über 1000 Mitarbeiter.

Der Neustart kam 2005

1956 musste die Produktion in Molsheim aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden, ehe es 2005 unter dem gleichen Namen einen Neustart gab. Die Markenrechte hatte schon 1998 Volkswagen erworben. Mit VW haben die Bugatti Veyron und Chiron, die hier gebaut werden, allerdings wenig zu tun. Der Chiron kostet 2,4 Millionen Euro und schafft es mit seinem 1500 PS Motor in 4,2 Sekunden auf 100 Stundenkilometer.

Die Unikate werden von hoch spezialisierten Mechanikern per Hand zusammengebaut. Einen Chiron hat der Fussballstar Christiano Ronalda gekauft. Der Divo soll leicht und wenig werden und eine «neue offensive Formensprache» erhalten, so das Marketing-Deutsch in der Medienmitteilung. Die Karosserie soll auf bestehende Chassis gesetzt werden.

Die Grand Basel schweigt noch

Mehr als sowieso schon in der Mitteilung steht, lässt sich die Medienstelle nicht entlocken. Auch ob und wenn ja mit welchem Fahrzeug Bugatti Anfang September an der neuen Messe für Luxusautos Grand Basel teilnehmen wird, bleibt offen. Die Grand Basel selbst will überhaupt nichts dazu sagen.

Wer einen Bugatti Veyron in natura sehen möchte, kann dies im Automuseum in Mulhouse tun. Dort ist einer neben 120 anderen alten Bugattis ausgestellt. Die vielen Bugattis stammen aus der Oldtimmer-Sammlung des Schweizer Texilindustriellen Fritz Schlumpf, der mit seinem Bruder Hans im Elsass ab Ende der 20er-Jahre des letzten Jahrhunderts ein kleines Textilindustrie-Imperium aufgebaut hatte.

In den 70er-Jahren machten die Fabriken Konkurs, die Schlumpfs flüchteten nach Basel und 1977 besetzten Gewerkschafter und Arbeiter die Automobilsammlung.