Finanzen

Die Erhöhung der Krankenkassenprämien nur teilweise nachvollziehbar

Versicherte müssen mit höheren Krankenkassenprämien rechnen.

Versicherte müssen mit höheren Krankenkassenprämien rechnen.

Die Erhöhung im Kanton Basel-Stadt von 4,1 Prozent sei nur teilweise nachvollziehbar

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat gesprochen: Die Prämien steigen in Basel bei den Erwachsenen durchschnittlich um 4,1 Prozent.

Die Basler Regierung widerspricht: Das ist zu viel. Mit den Aufschlägen werde das Prämienvolumen in Basel-Stadt absolut um rund 27 Millionen Franken steigen. Aber nur rund 10 Millionen davon liessen sich durch den erwarteten Anstieg der Nettoleistungen begründen. Der Kanton habe die Erhöhung beim BAG bereits zuvor beanstandet – ohne Erfolg.

Begründung nicht befriedigend

Gemäss Peter Indra, Leiter Gesundheitsversorgung im Gesundheitsdepartement Basel-Stadt, hat der Kanton vom Bundesamt für Gesundheitswesen für den ablehnenden Bescheid eine nur ungenügende und teils wenig nachvollziehbare Begründung erhalten. «Das ist ein formalisierter Prozess», sagt er. Rekursmöglichkeiten des Kantons gibt es keine.

Das BAG würde ihren Entscheid auf die Versicherer abstützen, bei deren Schätzungen unter anderem auch Markterwartungen eine Rolle spielten. Der Kanton hingegen stütze sich auf die Erfahrungswerte der effektiven Kostenentwicklung von 2013 und dem ersten Halbjahr 2014 ab. Die Krankenkassen würden eher pessimistisch, das heisst: mit hohen Kosten rechnen. Indra: «Die Versicherer und das BAG wollen auf der sicheren Seite sein.»

Im Prinzip wäre das auch nicht so schlimm, denn zu viel verlangte Prämien fliessen in den Reservefonds der jeweiligen Kasse, sodass im kommenden Jahr die Prämien entsprechend weniger erhöht werden müssten.

Das Dumme nur: Die einzelnen Krankenkassen haben nur je einen Topf für die ganze Schweiz, nicht für jeden Kanton einen. Das habe früher dazu geführt, dass schweizweit tätige Krankenkassen «Löcher» in den einen Kantonen teilweise mit Überschüssen aus anderen Kantonen gefüllt hätten. Der Regierungsrat erwartet, dass inskünftig allfällig zu hohe Prämien im nächsten Jahr dann auch wieder den Basler Versicherten zugute kommen.

Mit dem heute Freitag im Nationalrat zur Abstimmung kommenden Krankenkassen-Aufsichtsgesetz soll dem BAG die Möglichkeit gegeben werden, diese interkantonalen Überschuss-Transfers zu korrigieren. Das Gesetz dürfte auf 2015 in Kraft treten.

Krankenkassen melden sich

Welche Kasse wie viel aufschlagen wird, ist noch offen. Sie haben noch etwas Zeit. Bis Ende Oktober müssen die Krankenkassen ihre Versicherten individuell über die für nächstes Jahr geltenden Prämien informieren. Die Versicherten können anschliessend bis Ende November ihre Versicherung kündigen oder eine andere Versicherungsform wählen.

Die Details

Der Stadtkanton verzeichnet aber in allen Kategorien ein tieferes Wachstum als Baselland. So sieht das Bild im Einzelnen aus :

Erwachsene müssen im Kanton Basel-Stadt für die Grundversicherung 2015 im Schnitt 533.18 Franken pro Monat bezahlen. Das entspricht einem Plus von 4,1 Prozent.

Im Kanton Basel-Landschaft steigt die Durchschnittsprämie für Erwachsene um 5 Prozent auf 441.92 Franken. Landesweit beträgt die Zunahme mit 411.84 Franken Prämie 4 Prozent.

Über dem landesweiten Schnitt von 379.71 Franken liegen die beiden Basel weiterhin auch bei den Prämien für junge Erwachsene im Alter von 19 bis 25 Jahren. Im Stadtkanton steigen diese um 5,1 Prozent auf 497.64 Franken an, in Baselland um 5,8 Prozent auf 405.96 Franken.

Bei den Prämien für Kinder entspricht das Wachstum in Basel-Stadt mit 3,8 Prozent exakt dem nationalen Schnitt. Während die Kinderprämie im Stadtkanton nächstes Jahr 127.71 Franken pro Monat kostet, beläuft sie sich im landesweiten Durchschnitt auf 94,99 Franken. In Baselland wird ein Anstieg um 4,7 Prozent auf 105.23 Franken verzeichnet.

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