Diese Tage. Regen, sodass sogar das offizielle Rheinschwimmen ins Wasser fällt. Sonne, die noch mit einem Sonnenbrand überrascht. Frische, die morgens nach dem Wollunterhemd ruft. Diese Tage, wenn die Jahreszeit ausfranst, sich in die Bestandteile zerlegt. Der frühe Tau das Bindemittel ist. Melancholie zurück in die lauen Nächte blickt. Der Trotz, nach vorne gerichtet, ruft, das war’s noch nicht.

07.53 Uhr IWB, Neuhausstrasse 31. Ein Päckchen zu liefern. Ersatzteil, superschnell. Er schaut auf meine kurzen Hosen: «Die hast nicht mehr lange an. Hatte heute Morgen schon Kondenswasser auf der Windschutzscheibe», so der Ingenieur in vorauseilender Sicherheit. Ich hingegen werde wohl irgendwann im Laufe des Dezembers bibbernd, frierend, zähneknirschend die Hosen wechseln.

11.26 Uhr Rheinblumen, Blumenrain 23. Ein Strauss Sonnenblumen wartet auf mich, was sonst. «Die haben wir bis in den Herbst,» so die Händlerin. Und ab aufs Bruderholz. Die Empfängerin schaut gerührt in die Blumen: «So dauert der Sommer noch ein Weilchen.» Fünf Franken Trinkgeld. Am Blumenbeet für Selbstpflücker vorbei, schon arg zerpflückt.

14.55 Uhr Universitätsspital Anlieferung, Klingelberg 20. In die Eingeweide runter, neben der Parkhauseinfahrt. Gesteigerte Abwesenheit von Natur. Kein Tageslicht mehr. «Wie ist das Wetter draussen?» Die Briefe vom Herzzentrum abgeben. Zögere, normalerweise die Frage, ob es noch regne. Das ist einfacher. Wieder draussen: bewölkt. Setze den Sprint Richtung Kleinhüningen. Schaue hoch, keine Wolke mehr. Das Wetter, im Wechsel.


15.03 Uhr Alterszentrum, Wiesendamm 20. Unterlagen für den Treuhänder laden. Vor der Tür im Aufstieg aufs Velo geblendet. Ein Mann und vier Frauen mit Rollatoren sitzen auf der Bank in der Raucherecke. Auch ihnen steht die Sonne im Gesicht, er ruft: «Geniesse den Altweibersommer!» Seine Aufforderung wird vom polternden Gelächter der Damen quittiert.

Am Abend zum Kleinbasler Ufer. Springe vom Steg der Vogel Gryff Fähre. Das Wasser wärmer als die Luft. Rückenschwumm. Blick hoch, tiefblauer Himmel. Ein erster Stern.

Ride on A#115      

Wo bin ich? Machen Sie mit beim obigen Bilderrätsel von Velokurier Armin Biehler und gewinnen Sie ein Exemplar seines Buchs «A#115». 

Schreiben Sie eine E-Mail an mailadmin@biehler-film.org mit dem Lösungswort, Ihrem Namen und der Post-Adresse. Einsendeschluss: Samstag,
31. August 2019. Der Gewinner wird persönlich benachrichtigt.

Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Daten aller Teilnehmer werden vertraulich behandelt.